Datenspeicherung

IoT-Geräte sammeln massenhaft Daten und speichern diese auf Servern. Wie man effizient mit solchen Datenmengen umgeht, die Privatsphäre der Endnutzer schützt und die Daten dann auch noch für Forschungszwecke nutzen und veröffentlichen kann, darum geht es bei der Datenspeicherung.

Wie man an die Krankendaten eines US-Gouverneurs kommt

Experimente mit den Daten der US Volkszählung von 1990 zeigen, dass 87% der Einwohner der USA alleine durch Postleitzahl, Geschlecht und Geburtstag eindeutig identifizierbar sind. Im Rahmen eines Papers von 2002 machte sich Latanya Sweeney dies zunutze, um eindrucksvoll zu zeigen, dass Daten anonymisieren mehr als nur Namen entfernen ist.

Die Group Insurance Commision (GIC) ist dafür verantwortlich Krankenversicherungen für Staatsbeamte in Massachusetts abzuschließen. Dabei sammelt die GIC patienten-spezifische Krankendaten mit fast einhundert Attributen. Unter diesen Attributen findet sich auch Geburtsdatum, Postleitzahl und Geschlecht. Für 20 Dollar konnte man damals eine Liste mit expliziten Informationen über die registrierten Wähler in Cambridge Massachusetts kaufen. Sweeney tat genau das und war so in der Lage die Informationen aus der Wählerkartei mit den Patientendaten zu verbinden. Ein explizites Beispiel dafür ist der ehemalige Gouverneur von Massachusetts William Weld. Seine Patienteninformationen waren in den Daten der GIC zu finden. Er lebte in Cambridge Massachusetts. In der Wählerliste waren nur 6 Leute mit seinem Geburtsdatum, nur drei davon waren Männer und er war der einzige mit seiner Postleitzahl. Jetzt musste nur noch der passende Datensatz in den GIC-Daten gefunden werden und man hatte seine Patientendaten.

Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts

Medical IOT Geräte sammeln mit Ihren Sensoren Unmengen an Daten. Um aus Petabytes von Daten tatsächliche Mehrwerte und Informationen zu gewinnen ist eine zuverlässige Datenanalyse in Echtzeit ein Mittel der Wahl. Mithilfe der erlangenden Informationen können Leben gerettet und Erkrankungen frühzeitig erkannt oder schlimmeres verhindert werden.

Doch stellt das eine gesamte Branche vor einige große Herausforderungen.

Welche Kapazitäten brauche ich zum Speichern und Analysieren dieser Datenmengen? Wie relevant sind die erlangten Informationen? Welche Entscheidungen kann ich mithilfe dieser Informationen treffen?

Die Herausforderung Datenschutz

Datenschutz. Nicht nur ein Konzept, sondern ein Grundrecht. Dass sensible Daten, insbesondere im Bereich des Medical IoT, geschützt werden müssen, ist allgemeiner Konsens. Doch können wirklich alle technischen Neuheiten der heutigen Zeit den datenschutzrechtlichen Standards genügen? Wie entscheiden wir als Gesellschaft, was priorisiert wird; das Schützen erhobener Daten oder das Weiterverwenden dieser im Sinne von Forschung und Entwicklung? Der Wunsch nach Datenschutz im Gesundheitswesen besteht seit Jahrhunderten, jedoch sind Patienten und Kunden über die Zeit von reinen Betroffenen der Datenverarbeitungsprozesse, nicht zuletzt durch das Internet, ebenfalls zu Akteuren in ebendiesen avanciert. Ist es heutzutage überhaupt noch möglich das Grundrecht nach Datenschutz, mit all seinen Prinzipien zu wahren und dabei dennoch von smarten, Daten verarbeitenden Geräten und Diensten zu profitieren?