Jabber-Grundbegriffe

Ich habe ein paar nette Grafiken erstellt, um einige wesentliche Jabber-Terminologien zu veranschaulichen. Erst wenn man die Jabber-Welt versteht, kann man nachvollziehen, warum sie so genial ist. :-)

Dezentrale Struktur

In den meisten IM-Netzwerken wie ICQ & Co. gibt es einen zentralen Anlaufpunkt, der von dem entsprechenden Anbieter verwaltet wird und alle Clients melden sich bei diesem Server an.

Netzstruktur von ICQ & MSN

Jabber hingegen basiert auf einer dezentralen Netzstruktur. Clients melden sich weiterhin nur bei einem Server an. Welcher dies ist, gibt der zweite Teil der Jabber-ID an (für jav@jabber.de ist dies beispielsweise jabber.de), aber es gibt beliebig viele dieser Server, die wiederum untereinander verbunden sind, so dass die User verschiedener Server miteinander reden können.

Netzstruktur von Jabber

Der Vorteil dieser Struktur liegt darin, dass es keinen zentralen Verwaltungspunkt gibt, sondern theoretisch jeder mit wenig Aufwand einen eigenen Jabber-Server betreiben und am Jabber-Netz teilhaben lassen kann.

Multi-Protokoll-Clients vs. Gateways/Transports

Falls man auf mehreren IM-Netzwerken gleichzeitig online sein möchte - was in der derzeitigen IM-Situation ja praktisch unvermeidlich ist - gibt es mehrere Möglichkeiten: Der bisherige Weg war in der Regel, dass man sich entweder sämtliche nötigen Clients installiert und sie alle gleichzeitig laufen hat oder man verwendet einen Multi-Protokoll-Client. Ein Programm, dass nicht nur eins, sondern mehrere IM-Protokolle sprechen kann und dementsprechend auf mehreren Netzwerken parallel online sein kann. Bekannte Vertreter sind Miranda oder Gaim.

Multi-Protokoll-Clients

Das Jabber-Protokoll bietet jetzt noch eine dritte Möglichkeit: Es gibt Jabber-Server, die als sogenannte Gateways oder Transports in andere IM-Netzwerke dienen können. Die Idee dabei ist, dass sich der entsprechende Server stellvertretend für den Benutzer im fremden IM-Netzwerk einloggt. Der Vorteil dabei ist, dass das eigentliche Jabber-Programm, das der Benutzer verwendet, nichts von dem fremden IM-Netzwerk wissen muss. Es muss daher nicht so "schlau" sein wie ein Multi-Protokoll-Client und kann trotzdem mit Kontakten auf anderen Netzwerken kommunizieren - der Server übernimmt die ganze Arbeit.

Jabber-Transports

In gewisser Weise simuliert das Gateway für jeden ICQ-Kontakt einen entsprechenden Pseudo-Jabber-Kontakt. Der Jabber-Client des Benutzers redet dann nur mit den simulierten Jabber-Kontakten und das Gateway kümmert sich darum, dass die entsprechenden Nachrichten dann auch in das fremde IM-Netzwerk weitergereicht werden.

Dabei ist es egal, ob das Gateway zu dem Jabber-Server gehört, auf dem man eingeloggt ist oder nicht. Man kann problemlos auch die Gateways von fremden Jabber-Servern benutzen.

Jingle

Jabber hat sogar das Potential eine Skype-Alternative darzustellen. Die Voraussetzung dafür ist eine Protokoll-Erweiterung namens Jingle, die ursprünglich in Googles Jabber-Client GoogleTalk eingesetzt wurde, um Dateien auszutauschen und die VoiceChat-Funktionalität zu bieten. Mittlerweile ist Jingle standardisiert und viele andere Jabber-Clients beginnen damit Jingle-Unterstützung zu implementieren. Im Prinzip bietet Jingle dabei nur eine Möglichkeit mit der zwei Clients eine Direktverbindung zwischen sich aushandeln können, über die dann Dateien oder Sprachdaten übertragen werden können.

Funktionsweise von Jingle

Jingle hat dabei einige Tricks auf Lager, wie auch bei ungünstigen Netzwerkkonfigurationen Verbindungen zustande kommen können. Ähnlich wie Skype, von dem oft gesagt wird, das es "einfach funktioniert", wird Jingle damit Dateiübertragung und Sprachverbindungen wesentlich problemloser machen.

Fazit: Jabber ist einfach cool! :-)

Jan Vornberger


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