Vom Bewusstsein über das Speichern von Daten


In den letzten Jahren sind die Kosten für Datenspeicher rapide gesunken, gleichzeitig ist die Datendichte auf den Speichermedien gewachsen. (vgl. StorageNewsletter 2013). Was die Verfügbarkeit von Onlinespeicher angeht, sind ebenfalls enorme Fortschritte erzielt worden. Im Internet stehen eine Vielzahl an kostenfreien Angeboten zur Auswahl. (vgl. trusted 2016) Für den Menschen ist die Möglichkeit des Speicherns seiner Daten zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch ist Ihm eigentlich klar, was er alles abspeichert? Behält er noch den Überblick? Macht er sich Gedanken über einen möglichen Verlust seiner Daten? Fragen die sich leider nur die wenigsten Menschen in unserer heutigen digitalen Gesellschaft stellen. (vgl. World Backup Day 2016)
Privatsphäre und Persönlichkeitsrecht sind seit jeher ein hohes Gut, doch bei Betrachtung der heutigen Nutzung der sozialen Netzwerke, sind doch allzu viele Nutzer bereit von diesen abzusehen. (vgl. Mimikama 2014) Facebook ist ein „kostenloser“ Service, aber Milliarden schwer. Aktuell sind es 330 Milliarden. (vgl. Finanzen 2016) „Wo kommt das ganze Geld her?“, sollte sich jeder der diesen Dienst oder Vergleichbare in Anspruch nimmt, fragen. Gibt es vielleicht noch ganz andere Interessengruppen, die die zumeist sehr persönlichen Daten in Gebrauch nehmen? Im Folgenden wollen wir versuchen, diese Fragen zu beantworten. Wir wollen untersuchen, in wieweit der Mensch in der digitalen Gesellschaft sich überhaupt bewusst ist, was das „so selbstverständliche“ Speichern von Daten für große Bedeutung haben kann und was mögliche Konsequenzen bei Unbedachtheit sind.








Speichern wir zu viele Daten und speichern wir richtig


Damals (vor ein paar Jahren) musste sich der Nutzer digitaler Medien vor dem Abspeichern seiner Daten noch die Frage stellen: “Wohin damit?”. Festplatten waren teuer und die Kapazität gering, Onlinespeicher gar nicht oder nur sehr beschränkt verfügbar. In der heutigen Zeit stoßen die meisten Menschen nach Kauf eines aktuellen Datenspeichers, aufgrund der hohen Kapazität, meist erst nach Jahren an seine Grenzen. Man muss gar nicht erst nach Möglichkeiten der Onlinespeicherung suchen, beim “Surfen im Netz” stößt man fast im Minutentakt auf Angebote zur kostenlosen Nutzung des immer und überall verfügbaren Speicherortes. Das hat zur Konsequenz geführt, dass sich der Nutzer keine Gedanken mehr über das Speichern seiner Daten machen muss. Im Folgenden wollen wir versuchen, das Bewusstsein des Lesers dahingehend zu erweitern, dass dieser doch so einfache und selbstverständliche Prozess des Speicherns mit Bedacht getätigt werden sollte.

Speichern wir zu viele Daten?

Das weltweite Datenvolumen wächst jährlich stark an. So werden beispielsweise die Daten, die erstellt, vervielfältigt und konsumiert werden bis 2020 auf ungefähr 44 Zetabytes, also 44 Billionen Gigabyte ansteigen. Der weltweite Datenbestand soll sich also künftig alle zwei Jahre verdoppeln. (vgl. Litzel 2014) Doch nicht nur der Datenbestand, sondern auch die Anzahl der Datentypen steigt immer mehr. Zu diesen Datentypen gehören zum einen Daten von privaten Nutzern wie Audio- und Videodateien, Texte und Anhänge aus E-Mails, Nachrichten in sozialen Netzwerken oder PowerPoint-Präsentationen, und zum anderen die Daten von Unternehmen angelegt werden, wie Sensoren in Maschinen, welche Betriebsabläufe, Umgebungstemperatur und Vibrationen erfassen oder Daten von intelligenten Stromzählern. (vgl. Jüngling 2013)
Doch woher kommen all diese Daten? Die Quellen aus denen diese, teilweise hoch sensiblen Daten, stammen gibt es massenhaft. GPS-Daten von Smartphones, Telefongespräche über Skype, Bilder von Überwachungskameras oder Nutzer von sozialen Netzwerken die ständig Ihre Informationen aktualisieren sind nur einige Beispiele für diese Datenquellen. (vgl. Jüngling 2013)
Dieser weltweite Datenzuwachs bringt rückt auch die Big-Data-Algorithmen immer mehr in den Mittelpunkt der Datenverarbeitung, da diese Algorithmen schnell eine Verbindung zwischen den normalerweise unstrukturierten vorliegenden Datenmengen herstellen können. Dementsprechend attraktiv ist zurzeit auch das Geschäft mit Speichern, da die riesigen Datenmassen zwar hauptsächlich in Rechenzentren aber auch auf Computern, Smartphones, Tablets oder externen Festplatten landen. (vgl. Jüngling 2013)
Zusammengefasst wachsen die weltweiten Datenmengen also von Jahr zu Jahr, was sogar bestimmte Marktsegmente beeinflusst. Auch die von uns durchgeführte Umfrage bestätigt die Vermutung, dass auch von privaten Nutzern zu viel gespeichert wird und auch zu viel abgespeichert bleibt. So löschen nur 28,3% der Befragten ihre unnötigen Daten regelmäßig, ganze 52,1% löschen sie nur sporadisch und 17,9% sogar nur bei Bedarf, wenn zum Beispiel das jeweilige Speichermedium voll ist. Zudem glauben 55,8% der Befragten, dass sie unnötige oder veraltete Daten öfter löschen sollten. Diese Umfrageergebnisse und das allgemeine Wachstum der weltweiten Datenmengen zeigen, dass sehr viele Daten gespeichert werden und je nach Auslegung durchaus behauptet werden kann, dass zu viele Daten gespeichert werden.

Konsequenzen der wachsendenden Datenvolume

Je mehr Daten wir abspeichern, um so abhängiger werden wir auch von den gespeicherten Daten. Es wird schwieriger, Wichtigem von Unwichtigem zu unterscheiden. Sei das Problem des Wiederfindens mal nach hinten gestellt, ist der Verlust von wichtigen Daten für Privatpersonen, sowie für Unternehmen in den meisten Fällen eine Katastrophe. Nehmen wir zum Beispiel einen Studenten, dessen fertige Abschlussarbeit durch Malware auf seinen Computer zerstört wird. Durch das konsequente Klicken auf „Abspeichern“ war er in gutem Glauben, seinen Arbeitsfortschritt immer für die Zukunft gesichert zu haben. Oder ein anderes Beispiel aus der Arbeitswelt: Wie soll ein Unternehmen noch weiterarbeiten können, dass plötzlich nicht mehr auf seine Kundendaten zugreifen kann. Szenarien die wahrscheinlich gerade in diesem Moment irgendwo stattfinden, heraufbeschworen durch vorherige Unbedachtheit, da das Speichern von Daten doch heute so selbstverständlich und einfach geworden ist.
Im Zusammenhang mit den wachsenden Möglichkeiten seine Daten im Internet abspeichern zu können, stößt man immer öfter auf den Begriff „Big Data“. Nutzer von Internetspeicherdiensten, seien es Cloudspeicher, soziale Netzwerke oder neuerdings auch Dienste zum Speichern seiner Vitalfunktionen, sollten sich im Klaren darüber sein, dass Anbieter dieser Dienste großes Interesse am Inhalt der gespeicherten Daten haben. Die Daten werden analysiert, um z.B. Personenprofile zu erstellen um gezielt Marketing betreiben zu können. Ein “Digitales Abbild” der Person wird generiert, was unter Umständen auch falsch interpretiert werden kann. Die Gefahr des Verlustes der informationellen Autonomie steigt mit der Weitergabe der Daten an Dritte an und lässt sich so letztlich kaum noch verhindern. (vgl. Springer Gabler 2016) Wer seine Daten in einer Cloud speichert, fühlt sich meistens auf der sicheren Seite, was einen möglichen Datenverlust betrifft. Doch man ist voll und ganz abhängig vom Anbieter des Speicherortes. Hat man zum Beispiel keinen Zugang mehr zu seinem Account, sind die Daten verloren. Unternehmen die Daten in der Cloud speichern, machen sich meist keine Gedanken über mögliche Verstöße der Datenschutzgesetze ihres Landes. Es besteht die Gefahr, dass sie sich strafbar machen, sollten durch Gesetze geschützte Daten in Datenzentren im Ausland mit abweichenden Gesetzen gespeichert und verarbeitet werden. (vgl. Computerwoche 2009)
Durch die fallenden Preise der Speichermedien, sind gleichermaßen auch die Kapazitäten von mobilen Datenträgern gewachsen. Ein aktueller „USP-Stick“ kann tausende Firmendokumente speichern und diese können genauso leicht wie ein Schlüssel „liegen gelassen“ oder verloren gehen. Das Gleiche gilt für Handys, ihre Speicherkapazität ist ähnlich hoch. Handelt es sich dabei um sensible Dokumente oder speziell bei Handys um Kontaktinformationen, ist die Katastrophe vorprogrammiert. Wie schnell so ein mobiler Datenträger gestohlen werden kann, sollte eigentlich klar sein. Doch wie viele Unternehmen sichern sich vor diesen Szenarien ab? (vgl. LKA Niedersachsen 2016)

Falsch Speichern, geht das?

Anders als Papier, was bei guter Lagerung auch nach mehreren hunderten Jahren noch lesbar ist, verlieren digitale Speicher, wie zum Beispiel Festplatten oder CDs, bereits nach wenigen Jahren ihre Informationen. Ob durch einen Virenangriff, Diebstahl oder Geräteschaden; die meisten Nutzer denken erst an daran Ihre Daten zu sichern, wenn es bereits zu spät ist. Doch besonders für Unternehmen ist eine langfristige und sichere Speicherung von höchster Wichtigkeit. Eine regelmäßige Datensicherung ist also sowohl bei privaten Nutzern als auch bei Unternehmen unbedingt erforderlich. (vgl. Spooren und Pohlmann 2016) (vgl. Welt 2016)
Die meisten Nutzer denken, dass ihre auf der Festplatte gesicherten Daten zuverlässig abgelegt sind. Deswegen werden die Daten oft nur unregelmäßig oder sogar überhaupt nicht als eine Datensicherung auf einen oder mehrere andere Datenträger kopiert. Wenn nun der Ernstfall eintritt und es beispielsweise bei einer Festplatte zu einem Geräteschaden kommt, existiert meistens eine veraltete Datensicherung. Von diesem Backup aus können dann nur wenige Daten so rekonstruiert werden, dass sie dem Zustand vor dem Ausfall der Festplatte entsprechen. Das erneute Eingeben der Daten, falls dies überhaupt möglich ist, ist meistens mit einem sehr zeitintensiven Aufwand verbunden, der in keiner Relation zum Aufwand einer regelmäßigen Datensicherung steht. (vgl. Spooren und Pohlmann 2016) Die von uns durchgeführte Umfrage zeigt diesbezüglich eine Unwissenheit bei den Nutzern auf. Bei der Frage „Wie oft führen Sie Datensicherungen durch?“ gaben 37,9% an monatlich eine Datensicherung durchzuführen, 28,3% sogar nur jährlich. Immerhin 10,4% der Befragten gaben außerdem an nie eine Datensicherung durchzuführen. Wie werden Daten also richtig gesichert?

Datensicherungen anlegen

Theoretisch würden für die Sicherung kleiner Datenbestände, wie Rechnungsdaten oder E-Mails, bereits optische Medien wie CDs oder DVDs reichen. Es wird jedoch empfohlen neben den ausgewählten Dateien auch regelmäßig das gesamte System zu sichern. Wenn es nun zu einem Ausfall der Festplatte kommt, kann das System-Backup binnen weniger Stunden neu aufgespielt werden. Nun müssen also keine einzelnen Daten wieder neu aufgespielt werden, aber auch eine Neuinstallation des jeweiligen Betriebssystems und der installierten Software bleibt somit erspart. Für eine Sicherung der ausgewählten Daten und des System-Backups eignet sich externe Festplatten. Aufgrund ihrer großen Speicherkapazität von oftmals 500 Gigabyte bis hin zu über 2 Terabyte haben diese Festplatten auch genügend Speicherplatz für ein gesamtes System, und sind oft bereits unter 100 Euro im Fachhandel zu erwerben. (vgl. Spooren und Pohlmann 2016)
Wie und mit welcher Methode die Daten nun gesichert werden bleibt jedem selbst überlassen. Jedoch bieten meist schon die Betriebssysteme entsprechende Programme für eine Datensicherung an. So bleibt beispielsweise bei der windowsinternen Lösung für Sicherungen das Installieren einer zusätzlichen Software aus. Jedoch kann es durchaus einfacher und übersichtlicher sein ein spezialisiertes Backup-Programm zu verwenden. Zu diesen zählen zum Beispiel die kostenlosen Varianten Cobian Backup oder Areca Backup. Mit Hilfe dieser Programme ist es möglich verschiedene Backup-Rhythmen anzulegen, welche dann je nach Wichtigkeit der Daten auch mehrmals am Tag eine automatische Sicherung vornehmen können. (vgl. Welt 2016) (vgl. Marino 2014)
Es ist generell empfehlenswert je nach Umfang der Änderung an den Daten, bestimmte Datenstände mehrmals am Tag zu sichern. Doch auch in diesem Fall ist ein weiterer wichtiger Punkt bei einer Datensicherung deren Überprüfung. Auch das Speichermedium auf dem die Datensicherung liegt ist nicht immer fehlerfrei. Deswegen ist es wichtig die Sicherungen regelmäßig zu überprüfen. (vgl. Spooren und Pohlmann 2016)
Im Optimalfall sollen die gesicherten Daten natürlich langfristig zur Verfügung stehen. Dies wird am besten sichergestellt, indem auf mehreren verschiedene Speichermedien gleichzeitig gesichert wird. Hierbei ist auch die Aktualität des jeweiligen Speichermediums von Bedeutung. Befinden sich zum Beispiel noch wichtige Daten auf einer alten Diskette, ist es notwendig diese Daten auf ein moderneres Speichermedium, wie zum Beispiel SSD-Festplatten oder USB-Sticks, zu übertragen, da heutzutage nur noch wenige Computer ein Diskettenlaufwerk besitzen. Diese neuen Speichermedien sind schneller, robuster, energiesparender und auch leiser als Magnetbänder oder Disketten. (vgl. Spooren und Pohlmann 2016) (vgl. Marino 2014)
Ein oft vergessener Aspekt bei der Datensicherung ist die richtige Lagerung der Speichermedien. Eine feuchte Lagerung, direkte Sonneneinstrahlung und auch starke Temperaturunterschieden sollten unbedingt vermieden werden. Bei einer externen Festplatte sollte zudem darauf geachtet werden, dass diese nicht in der Nähe von magnetischen Komponenten gelagert wird, da diese bei mangelhafter Abschirmung im Extremfall zerstört werden kann. Des Weiteren sollte ein sicherer Ort für die Lagerung der Datensicherung gewählt werden. Hier gilt es ebenfalls zu beachten, dass die Daten nicht am selben Ort wie die originalen Daten aufbewahrt werden, dabei zum Beispiel bei einem Brand oder einem Diebstahl dann auch die Datensicherung in Gefahr wäre. Schließlich gilt es noch zu beachten sensible Daten nur verschlüsselt zu sichern. Werden diese sensiblen Daten unverschlüsselt auf einem mobilen Datenträger hinterlegt, welcher dann verloren gehen, ist die Gefahr des Datenmissbrauches hoch. (vgl. Spooren und Pohlmann 2016) (vgl. Marino 2014)
Zusammengefasst gilt es also bei einer Datensicherung darauf zu achten, worauf gespeichert wird, wie und mit welcher Methode gespeichert wird und wo die Datensicherung gelagert wird.
Auf das Oberthema „Was und Warum speichere und lösche ich?“ bezogen sollte also auf jeden Fall auch gespeichert werden um eine Datensicherung zu erstellen und um damit im Ernstfall ein ausreichendes Backup der Daten zur Verfügung zu haben.

Löschen der Datensicherung

Neben dem Anlegen einer Datensicherung ist auch das Löschen von z.B. sensiblen Daten eine Problematik. Wenn die Datensicherung gelöscht werden soll, löschen viele Nutzer ihre Daten nicht richtig. Der einfache weg alle Daten über den Windows-Explorer zu löschen reicht nämlich nicht aus, genauso wenig wie das Formatieren der gesamten Datensicherung. Bei diesen Methoden werden die Daten nur als gelöscht markiert. Solange der Speicherplatz allerdings nicht überschreiben wird, lassen sich die vermeintlich gelöschten Daten leicht wiederherstellen. Für eine komplette Löschung der Daten ist Spezialsoftware nötig, wie unter anderem die Programme CBL Daten-Shredder oder Secure Eraser. Wenn so eine Löschung der Daten nicht mehr möglich ist, sollte bei sensiblen Daten überlegt werden die Datensicherung physisch zu zerstören. (vgl. Spooren und Pohlmann 2016)








Vom Speichern der Daten in sozialen Netzwerken


Bei vielen Menschen gehört es heute zur Tagesordnung, mal eben schnell das Smartphone rauszuholen und über ein Selfie seinen aktuellen Standort in sozialen Netzwerken mitzuteilen. Auch was man zu Mittag isst, wird gerne auf einem Foto geteilt, die entsprechende Funktion dazu bieten die meisten Smartphones bei Betrachtung des Bildes gleich an. Doch was bewegt Menschen dazu, ihr Privatleben bereitwillig mit anderen zu teilen? Andere können „Freunde“ sein oder faktisch auch alle Nutzer des sozialen Netzwerkes. Urlaubsbilder werden z.B. Millionen potenzieller Betrachter zugänglich gemacht. Liegt dies wirklich im Interesse des Fotografen? Oder bei den Personen auf dem Foto? Ein Klick auf den „Gefällt mir“ Button kann die ganze Welt wissen lassen was einem gefällt, also welche persönlichen Interessen jemand hat. Was macht eigentlich der Dienstleister mit den Daten? Die meisten Nutzer sind sich gar nicht Bewusst, dass sie ihre Rechte an ihren Daten abgeben, ihnen gehören die Daten also gar nicht mehr. (vgl. Facebook 2015)
Im Folgenden soll vor allem am Beispiel des sozialen Netzwerkes Facebook ein Überblick darüber gegeben werden, welche Daten die Nutzer veröffentlichen, warum sie dies tun und was mit diesen Daten passiert.

Was für Daten speichern wir bei Facebook, Twitter und Co?

Grundsätzlich werden im Internet die Daten der meisten Nutzer gesammelt, nicht nur von sozialen Netzwerken. Wenn beispielsweise eine E-Mail über Dienste wie Google Mail versendet wird gibt der Verfasser damit private Daten aus der Hand.
Damit Facebook und andere soziale Netzwerke so funktionieren wie es sich der Nutzer wünscht, müssen möglichst viele persönliche Informationen über die Nutzer gesammelt werden. Dabei ist es natürlich jedem selbst überlassen, wie viele Daten jeder von sich preisgibt.
Die Daten, die Facebook über den einzelnen Nutzer sammelt, lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen. Beim Anlegen eines neuen Nutzer-Accounts erhalten die sozialen Netzwerke erste Daten über die User um diese zu Kategorisieren. Die sind zunächst die Registrierungsdaten, also jede Daten, die bei der Account-Eröffnung verpflichtend angegeben werden müssen. Hierzu zählt der Name, Geschlecht, Geburtstag, Wohnort und die E-Mail-Adresse. Des Weiteren können Nutzer freiwillig zusätzliche persönliche Informationen preisgeben, wie etwa Informationen über Ihren Bildungsweg oder wo sie momentan beschäftigt sind.
Soziale Netzwerke, insbesondere Facebook, erfahren außerdem Informationen über ihre Nutzer, indem Aktionen und Handlungen „vermutlich lückenlos“ (Stiftung Warentest, 2011) aufgezeichnet werden. Diese werden beispielsweise durch „Gefällt mir“-Angaben, Statusmeldungen, Kommentare, eingegangene Freundschaften, die Teilnahme an Gruppen und Veranstaltungen, Verlinkungen und Postings (Fotos, Videos, Texte) und die Kommunikation über die Mail- beziehungsweise Chat-Funktion generiert. (Schäfer, 2014)
Diese Daten zählen zu den sichtbar gesammelten Daten, da der Nutzer bewusst Handlungen und Aktionen unternimmt, die solche Informationen erzeugen.
Anders ist es bei Daten, die bei jeder Interaktion und Aktivität mit dem Sozialen Netzwerk gesammelt werden. Diese unsichtbaren Daten werden meist unbewusst vom Nutzer übermittelt. „So speichert Facebook beispielsweise die „Metadaten“ von hochgeladenen Fotos und Videos – also Zeitpunkt und Ort der Aufnahme. Auch erfasst Facebook den Typ des Endgeräts (Smartphone, Tablet, Computer etc.), die IP-Adresse“ (Klicksafe, 2013) sowie den Standort des Nutzers. So können beispielsweise Bewegungsprofile aller Nutzer erstellt werden.

Wer verwendet unsere Daten und welche Konsequenzen hat das für uns?

Die meisten Nutzer des größten sozialen Netzwerkes Facebook wissen zwar, dass die Ansammlung der zuvor im Text beschriebenen Daten für Werbezwecke verwendet wird, wie genau dies funktioniert, wissen jedoch die wenigsten. (Bellotto, 2012)
Das Geschäftsmodell von Facebook basiert vor allem darauf, den Nutzern personalisierte Werbung auf seiner Plattform zu generieren. Je mehr Informationen also über die Nutzer bekannt sind, desto spezifischer können Werbeanzeigen den potentiellen Kunden präsentiert werden. Dafür werden alle Nutzer nach Zielgruppen sortiert, denen dann entsprechende Anzeigen geschaltet werden. Jede Zielgruppe wird anhand zahlreichen Informationen definiert, beispielsweise „Nutzer, die „empfänglich“ für Angebote von Firmen sind, die Online-Autoversicherungen, Hochschulbildung oder Hypotheken, Prepaid-Debitkarten und Satellitenfernsehen anbieten“ (Tischbein, 2016). Diese Daten werden ohne Zustimmung der Nutzer nicht ohne Weiteres an Dritte weitergegeben. Stattdessen werden die Platzhalter der Werbeanzeigen bzw. die Werbeanzeigen an Unternehmen verkaufen, die wiederum eine bestimmte Zielgruppe ansprechen können. Diese Unternehmen bzw. Händler nutzen meist ein Facebook-Plugin, welches Facebook Informationen über die Einkaufsgewohnheiten der Nutzer liefert. Dieser Mechanismus wird Webtracking genannt, bei dem Daten „über verschiedene Webseiten hinweg gesammelt und ausgelesen werden“. (Djordjevic und Wragge, 2013)

Webtracking und Cookies

Wie bereits zuvor erwähnt nutzen Händler sogenannte Social Plugins („Gefällt mir“ oder „Teilen“ Buttons) über die Daten an Facebook gesendet werden. Dieser Vorgang geschieht automatisch, der Nutzer muss dafür weder auf einen der „Gefällt mir“ Buttons geklickt haben noch bei dem sozialen Netzwerk angemeldet oder registriert sein.
Das geschieht deshalb, weil die Buttons über einen sogenannten iFrame von den Facebook-Servern geladen werden. Dadurch erfährt Facebook automatisch, wer die entsprechenden Seiten aufgerufen hat. Zu den Daten, die übertragen werden, gehören die Spracheinstellungen, der Standort des eigenen Computers, mit welchem Webbrowser man im Netz unterwegs ist usw..
Verknüpft mit anderen Diensten und Daten kann ein recht genaues Nutzerprofil erstellt werden. Die Beobachtung des Nutzers kann potentiell sehr weitreichend sein. Facebook erklärt, man lösche beziehungsweise anonymisiere die erhaltenen Daten innerhalb von 90 Tagen.
Hat man einen Facebook-Account und ist man in diesen eingeloggt, während man surft (dafür muss kein Facebook-Fenster offen sein), wird man zusätzlich über einen sogenannten Cookie identifiziert. Angemeldeten Facebook-Nutzern weist Facebook eine Identifikationsnummer („Facebook-ID“) zu (siehe dazu direkt bei Facebook). Wenn sich Nutzer nun auf Internetseiten außerhalb von Facebook bewegen, auf denen „Social Plugins“ integriert sind, dann senden die Tracking-Cookies diese Informationen an Facebook.
Ist man ausgeloggt, wird diese Facebook-ID entfernt, so dass dann keine personenbezogenen Tracking-Daten gesammelt werden – das meldete der Blogger Nik Cubrilovic, der die Programmierer von Facebook in dieser Angelegenheit angesprochen hat. Es werden nicht alle Cookies gelöscht, sondern nur diejenigen, die erlauben, die Trackingdaten mit dem eigenen Facebook-Account zu verbinden. Das Surfverhalten wird zwar weiterhin mitgeloggt, aber ohne sie mit einer konkreten Person zu verbinden.
Es ist möglich, in den Einstellungen des Webbrowsers festzulegen, dass alle Cookies von Drittanbietern abgewiesen werden. Damit würde der Browser keine Daten mehr an andere Anbieter schicken. Das kann allerdings bedeuten, dass andere Funktionen der Webseite nicht mehr funktionieren.









Literaturverzeichnis