Übersicht:Themen & Texte

Hier findet ihr unsere Übersicht der Texte und Themenbereiche.

Wie definieren wir uns über unsere Daten?


Einleitung

Noch ein Like auf Facebook, ein Snap auf Snapchat, ein Follower auf Instagram - immer mehr Menschen erklären sich über Werte, die ihnen Social Media bieten. Dies bedeutet nichts anderes, als dass sie sich über ihre Daten bestimmen. Bloß welche Effekte hat dies auf unser Miteinander, gar auf unser Selbst und welche Verantwortung müssen die Schöpfer solcher Technologien übernehmen?

Zuallererst muss zunächst kurz geklärt werden, was “Daten” sind. Bereits 1985 wurde hierfür eine Norm verabschiedet, es handelt sich um DIN 44300 Nr. 19, welche beschreibt, “Gebilde aus Zeichen oder kontinuierliche Funktionen, die aufgrund bekannter oder unterstellter Abmachungen Informationen darstellen“. Diese Norm hatte noch einen sehr strikten Charakter, mit dem Daten “vorrangig zum Zweck der Verarbeitung und als deren Ergebnis.” klassifiziert wurden, weshalb diese durch die Norm ISO/IEC 2382-1 Data: „a reinterpretable representation of information in a formalized manner, suitable for communication, interpretation, or processing“ 1993 abgelöst wurde. Da nun der Begriff von Daten genauer Beschrieben ist, kann die Frage - Inwiefern definieren wir uns über Daten? - genauer betrachtet werden.

Vor nicht als zu langer Zeit, am Anfang der Digitalisierung und des Internets, war eines der größten Ziele der Computerwissenschaften die Minimierung der zu speichernden Daten; nur relevanten Daten zu ermitteln und zu speichern, um den hohen Kostenaufwand für Massenspeicher und Rechenleistung möglichst gering zu halten. Doch mit der anhalten schnellen Entwicklung der Leistungssteigerung von Computertechnologien wurden immer mehr Möglichkeiten eröffnet. Die Rechenleistung steigt enorm, sowie auch die Kapazität von Massenspeichern. Daraus folgt, dass Datenvermeidung kein wichtiges Ziel mehr ist, da die Kosten fürs Speichern so gering geworden sind. Big Data (1) wird zudem als immer wichtiger erachtet. Es werden mehr Daten erhoben, häufig auch zu Lasten des Datenschutzes. Aus dieser immensen Menge an gesammelten Daten sollen weitere Schlüsse gezogen werden (2). Hiermit kristallisieren sich weitere Fragen heraus. Auf der einen Seite, was meine Daten sind und welche Verantwortung die Schöpfer dieser Systeme haben. Utopia

Unter “meinen Daten” verstehen wir die Betrachtung von personenbezogenen Daten, wie im Datenschutzgesetz (3). Vor einiger Zeit wurde noch Wert auf Sparsamkeit gelegt, wodurch solche Daten nur im Zweck der Erfüllung einer klar definierten Aufgabe genutzt wurden (4). Doch insbesondere durch soziale Medien und Big Data wird die Menge an erhobenen Daten gesteigert. So wurden früher noch grundlegende Informationen wie Vor-, Nachname, etc. digitalisiert. Doch mit dem Fortschreiten der Technik finden sich nun Informationen, die früher z.B. nur in Freundschaftsbücher zu finden waren - einfache, nette Texte an Freunde, teilweise sehr privat - in sozialen Netzwerken. Überdies gibt es neue Möglichkeiten, sich digital zu präsentieren: Über Texte, Foto, Metadaten und vieles mehr (2).

Welche Verantwortung tragen die Unternehmen? Sie können durch die zugrundeliegenden Algorithmen die Meinung und Moral ganzer Gruppen beeinflussen. So können die Vorgänge bestimmt werden, die meine Daten beeinflussen, somit auch, wie ich mich über Daten definiere. Eine ähnliche Frage stellt sich gerade im Sektor des autonomen Fahrens (5), in der u.a. die Frage der Moral und Ethik von autonomen Fahrzeugen aufkommt. Darf der Fahrzeugcomputer im Extremfall entscheiden, wer zu sterben hat? Sollen bei einem Unfall die Menschen, die im Auto sitzen gefährdet werden oder doch der Fußgänger (6)? Analog stellt sich diese Frage mit personenbezogenen Daten, inwiefern Unternehmen Menschen durch ihre Daten beeinflussen dürfen. Es ist bereits jetzt schon der Fall, dass so etwas geschieht (7). Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Behauptung, dass Facebook die Wahlen in den USA zugunsten Trumps manipuliert hätte (8). Letztendlich ist es Aufgabe der Gesellschaft, zu definieren, welche Regeln gelten sollen, somit auch in welcher Art und Weise Verantwortung zu übernehmen ist. – „Es reicht nicht mehr, Technik ohne Gesellschaft zu denken“ (9).

@Author Felix Neddermann

Gliederung

Aufgrund der Größe und Komplexität des Themas haben wir das Thema in 4 Oberthemen gegliedert, welche wieder Unterthemen enthalten.