Nächstenliebe

Hier findet Ihr die Unterthemen:
Folgen/Auswirkungen auf Andere,
Liebe im Digitalen Wandel, Shitstorm

Folgen/Auswirkungen auf Andere

Einleitung zu Folgen/Auswirkungen auf Andere

Bei all den heutzutage veröffentlichten Daten stellt sich die Frage: "Was verursache ich mit den Daten, die ich veröffentliche?" Dieser Text beschäftigt sich mit den Auswirkungen auf andere, wie bestimmte Daten andere beeinflussen oder sogar schädigen können.

Das Internet vergisst nie
Einmal veröffentlichte Daten lassen sich meist immer wieder auffinden, so können zum Beispiel die Fotos einer ausgelassenen Feier, auf der sich jemand nicht benommen hat, schlechtes Licht auf diese Person werfen. Dabei gilt, was einmal online ist, bleibt online.

Berufliche, soziale und gesundheitliche Auswirkungen durch Posts

Was verursache ich mit veröffentlichten Texten, Bildern und/oder Videos? Nehmen wir an, ich veröffentliche auf einem "Social-Media-Kanal" ein Video, in dem ein betrunkener Freund zu sehen ist. Wie kann dies das Leben des besagten Freundes beeinflussen?
In der heutigen Zeit spielen soziale Medien aller Art eine große Rolle, ob es nun der "YouTube Star" oder ein bekannter Instagram Nutzer ist, die geteilten Texte, Videos und Bilder beeinflussen doch so manchen unter uns. Man kennt es, man teilt soeben ein Foto nach der erfolgreichen Fitness Session, ohne weitere Bedenken, um zu zeigen, dass einem das leibliche Wohl am Herzen liegt.
Doch welche Auswirkungen haben geteilte Inhalte möglicherweise auf andere? Diese Frage stellen sich doch die wenigsten beim Teilen von Inhalten im Internet. Dass Ruhm und der Bekanntheitsgrad den Einfluss auf andere erhöhen, ist bekannt. Wer kennt das nicht? Der/die Lieblingsschauspieler/-in nutzt ein Produkt besonders gerne und man probiert daraufhin dieses dann selbst aus.
Die Auswirkungen auf andere können dabei nicht nur positiv sein. Heutzutage ermöglichen Social Media Netzwerke eine große Reichweite, wodurch ein geteilter Inhalt schnell eine andere Person möglicherweise angreift. Dies kann man oft bei Facebook beobachten, unter den meisten Beiträgen von größeren Accounts, ob nun einer Person des öffentlichen Lebens oder sei es nur ein Social Media Account eines Unternehmens, tummeln sich diese, die sich angegriffen fühlen oder einfach unzufrieden mit dem Beitrag sind. Doch jene, die zustimmen und sich beeinflussen lassen, melden sich hier nicht unbedingt zu Wort.
Einmal dem falschen Beitrag ein Like gegeben oder die falsche Formulierung gewählt und schon wird man in eine Schublade geworfen oder die zuvor geheim gehaltene politische Neigung wird offenbart. Schon solche kleinen Unachtsamkeiten können viel bewirken, denn selbst ein "like" oder Kommentar wird immer von irgendwem gesehen. Das kann schnell dem eigenen Ruf schaden, ob es nun stimmt oder nicht.

Welche Auswirkungen es haben kann, wenn man etwas unüberlegt teilt, zeigt das Internetphänomen "#CuttingForBieber" aus dem Jahre 2013. (1) Nachdem Fotos auftauchten, auf denen der Sänger Justin Bieber Marihuana raucht, startete diese Protestaktion. Über das "Social-Media"-Portal Twitter wurden Fotos von vermeintlichen Fans verbreitet, auf denen diese sich die Arme aufschlitzten, um den Sänger davon abzuhalten, weiter Marihuana zu konsumieren.

Gesundheitliche Folgen / Essstörungen

Das Teilen von Erfolgserlebnissen im eigenen Leben führt oft zu einer Unzufriedenheit bei anderen. Der ständige Vergleich mit anderen wird zur Normalität, die "Hunger-Diät" klappte so gut, vielleicht sollte ich das nun auch probieren? Die Verherrlichung von Essstörungen gehört zu Inhalten mit negativem Effekt auf andere. Durch TV-Shows wie "Germanys Next Topmodel" solche Essstörungen im Fernsehen verbreitet, aber dies geht über viele Social Media Portale im Internet noch weiter. Die Pro-Ana-/-Mia-Bewegung tut eben genau das, sie verherrlicht und verharmlost die Folgen von Ana Anorexia nervosa, Magersucht und Bulimia nervosa, der Ess-Brech-Sucht.
Aber nicht nur das Teilen von Produkten des Tagesablaufs gehört dazu. Der eigene Beitrag über den eigenen Schmerz oder anderer Gefühle gehört auch dazu. Negative Gefühle über andere Dinge werden sehr gerne geteilt, doch auch hier wird meist nicht darüber nachgedacht, ob dieser Beitrag andere eventuell angreifen könnte. (2)

Rufschädigung

Die Beschwerde auf einem Social Media Profil eines Unternehmens dient dafür als gutes Beispiel. Person A ist unzufrieden mit dem Service des Unternehmens und teilt seine Gefühle darüber auf der Seite des Unternehmens. Nun nehmen wir an, dass Person A vor Wut nicht nachdenkt und sich sofort über den zuständigen Mitarbeiter beschwert: "Mitarbeiter X ist total unfähig und ein Idiot." (3) Diese Aussage, lässt man sie unbewiesen stehen, ist eine reine Behauptung und kann als Verleumdung und der üblen Nachrede gewertet werden. Diese Art von Beitrag kann schnell zu einer Rufschädigung führen.
Solche Tatsachenbehauptungen können sich auch auf die berufliche Karriere von anderen oder sogar der eigenen auswirken. Als Beispiel dient hier die Kündigung einer schwangeren Arbeitnehmerin, (4) die sich auf Facebook negativ über einen von ihr betreuten Kunden ihres Arbeitgebers geäußert hatte. Diese Äußerungen blieben dem Arbeitgeber nicht vorenthalten, worauf dieser die Kündigung aussprach.
Dieser Fall zeigt klar, dass Äußerungen im Internet, ob eigene oder fremde, immer einen Einfluss auf die berufliche Karriere haben können.

Sexting

Ein typischer Fall ist natürlich auch das Sexting, das sogenannte Verschicken von eigener intimer Fotos und Videos, diese tauchen im Internet auf, da diese an dritte weitergeleitet werden. z.B. über WhatsApp oder Facebook. Die Auswirkungen, die dieses Teilen haben kann, wird leider oft unterschätzt. Als Beispiel dient hier der Fall einer Schülerin, die ihr Smartphone zum Aufladen am Laptop einer Mitschülerin anschloss, wodurch intime Fotos auf diesen übertragen und von der Mitschülerin, ohne der Zustimmung der Besitzerin, geteilt wurden. (3) Die sozialen Folgen im Umfeld der Betroffenen sind klar, der Ruf ist hin. Doch solche Fälle können einen Einfluss auf die Zukunft der Betroffenen haben. Daten wie diese können eventuell von späteren Arbeitgebern gefunden werden und als Grund für die Absage einer Stelle dienen. Aber auch die gesetzlichen Folgen für die Angeklagte sind nicht außer Augen zu lassen. Hierbei gilt das Recht am Bild, die Eigentümerin hat einen Lösch- und Unterlassungsanspruch. Bei erneutem Verstoß und Nichtbeachtung kommt es zu einer Geldstrafe. Bei diesem Fall kam es zu einer Geldstrafe von 1000€. (5)


Gesetzliche Grundlage

Strafgesetzbuch (StGB) § 187 Verleumdung
Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Strafgesetzbuch (StGB) § 186 Üble Nachrede
Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

@Author Dominik Görke

Liebe im digitalen Wandel

Liebe im digitalen Wandel

Emotionen von Analog zu Digital zu Analog Kann Analog Liebe entstehen Wie war es früher (Liebesbrief, Zeitung, Telefon) Äußere Betrachtung: Du guckst nur auf mein Äußeres, aber ich bestimme was Du siehst ! Vorteile von Dating Apps
Im Umgang mit Paaren hört jeder einmal eine romantische Geschichte, wie diese sich kennengelernt haben. Diese Geschichten werden in Zukunft aber weniger werden, wenn diese statt einer romantischen Geschichte nur kurz sagen: "bei Tinder !". Warum werden Dating-Apps immer beliebter und warum funktionieren diese? Schaffen diese es vielleicht wirklich menschliche Gefühle zu übertragen und vorher ahnen zu können?

Was ist Liebe?

Der Duden definiert das Wort Liebe wie folgt:
"starker körperlicher, geistiger, seelischer Anziehung beruhende Bindung an einen bestimmten Menschen, verbunden mit dem Wunsch nach Zusammensein,"(1)
Liebe ist also ein Gefühl und deshalb schwierig zu fassen. Vor allem verschwimmen die Grenzen dabei ineinander. Ab wann kann von Liebe gesprochen werden und kann man diese messen? Wenn dies so ist, müsste ja auch eine Wertung von Liebe in ihrer Ausprägung möglich sein.
Wie die Definition schon sagt, gehört zu Liebe auch eine körperliche Komponente. Diese beschreibt aber mehr den Wunsch, als die Notwendigkeit von Körperlichkeit. In Verbindung mit der geistigen und seelischen Anziehung wird Liebe in der digitalen Welt zumindest nicht ausgeschlossen. Gleichzeitig wird aber auch klar, dass ein langfristiges Ausbleiben von analogen Treffen die Beteiligten nicht glücklich machen wird.

Wie kann ich "Liebe" im Internet finden?

Im Internet gibt es eine Vielzahl von Partner-Suchen mit verschiedensten Ausprägungen. Eine Auswahl dieser wird im Folgenden vorgestellt: Bei einer klassischen Partnerbörse geht es darum, persönliche Interessen abzugleichen und so mögliche Partner zu ermitteln. Auf diesen Seiten füllen neue Mitglieder zuerst einen Test aus. Dieser ist je nach Plattform unterschiedlich groß und stellt Fragen zu vielen Belangen des Lebens. Von Sport, Arbeit, Musikgeschmack, über Essen und Abendgestaltung, werden Informationen über das Mitglied gesammelt und mit den anderen Partnern abgeglichen. In Bezug auf diesen Abgleich werden dann auf den unterschiedlichen Seiten auch Begriffe wie "Ihre wissenschaftlich fundierte Persönlichkeitsanalyse" (2) oder "(...) ein auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickeltes Vermittlungsprinzip ("Matching")" (3). Dies ist unumgänglich, da diese Seiten sehr viel Wert auf Seriosität legen. Das Ziel auf diesen Seiten ist ganz klar das Finden eines Partners für eine feste und langfristige Beziehung. Die Zielgruppe sind dabei Menschen, die erfolgreich in Ihrem Beruf sind und deshalb nicht viel Freizeit haben. Die Plattform bietet Ihnen die Möglichkeit, Kontakt zu vielen Partnern mit ähnlichen Interessen zu haben, ohne dabei zeitliche oder räumliche Absprachen zu treffen. Ein ähnliches Konzept, mit einer vollkommen unterschiedlichen Herangehensweise, haben Dating-Apps wie Tinder und Lovoo. Während Partnerbörsen versuchen, die inneren Werte eines Menschen abzubilden, zählt bei den Dating-Apps der erste Eindruck. Bei der Tinder-App wird anhand von Fotos nach wenigen Sekunden entschieden, ob man den Gegenüber positiv bewerten will, oder nicht. Wenn beide Personen eine positive Bewertung abgeben, gibt es einen "Match" und sie können sich kontaktieren. Die Apps wollen dabei nicht den einen Partner für ihren Kunden finden, sondern eine Menge an Leuten, bei denen zumindest der erste Eindruck positiv war. Die Kritik an dieser Art der Partnersuche ist oft, dass diese sehr oberflächlich ist. Dies sehe ich persönlich aber anders. Die Apps geben den Nutzern die Möglichkeit, Fotos hochzuladen, die sie vorher selber ausgesucht haben. Somit können sie dem Gegenüber ein ganz bestimmtes Bild von sich vermitteln und die eigene Persönlichkeit, auf die von ihnen gewählte Art, darstellen. Diese Art hat zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber ist dennoch mehr als das reine Äußere. So unterschiedlich diese Angebote sind, haben sie doch den gleichen Vorteil. Wenn die Nutzer analog nach Partnern suchen, sind sie dabei in ihren typischen Verhaltensweisen eingeschränkt. Um jemandem seine Interessen mitzuteilen, muss ich erstmal ein Gespräch mit dem Gegenüber beginnen und die meisten Personen bewegen sich oft innerhalb der gleichen Wege und können so auch nur Personen kennenlernen, die sich ebenfalls dort bewegen. Diese Probleme überwinden die Angebote und tun dies zusätzlich in einem Rahmen, den ein Mensch nur schwer neben seinem Beruf bewältigen könnte. Die Nutzer wissen also gleich um die gemeinsamen Interessen und lernen dabei auch Leute kennen, denen sie sonst wahrscheinlich nicht begegnet wären.

Was kommt nach der App?

Der Nutzer meldet sich bei einer von ihm gewählten Plattform an und lernt nun vermeintliche Partner kennen, doch was kommt dann? Wie wird aus zwei Profilen eine Liebesbeziehung? Die beiden Personen stellen den Kontakt zueinander her. Durch die genannten gemeinsamen Interessen, ist dies nicht so schwer, da ja Gesprächsthemen schon angeboten werden. Aber kann so wirklich der Partner für das Leben gefunden werden? Denn in Partnerbörsen arbeiten Algorithmen die Vorschläge für die Partner aus. Dies würde dann ja bedeuten, dass selbst das Liebesleben der Menschen vorhersehbar und berechenbar ist. Mit genau dieser Frage beschäftigt sich Julia Dombrowski in ihrem Buch "Die Suche nach der Liebe im Netz". Sie sagt, dass es neben den berechenbaren Gemeinsamkeiten auch noch den Faktor des Zufalls gibt, der ebenfalls sehr entscheidend ist. (4) Auf Partnerbörsen muss man sich entscheiden, wie weit der Suchkreis der möglichen Kandidaten eingegrenzt wird. Es kann passieren, dass der Partner fürs Leben 10 Jahre jünger ist. Wenn man kategorisch jüngere Partner ablehnt, wird der Faktor des Zufalls immer weiter eingeschränkt. Wenn die Nutzer einen passenden Kandidaten gefunden haben, kontaktieren sie diesen. Dies geschieht hauptsächlich über Textnachrichten in einem Chat oder über E-Mails. Die Kommunikation wird dadurch größtenteils auf die reinen Informationen begrenzt. Gestik und Mimik können nur teilweise durch Emoticons ersetzt werden, was aber immerhin eine Note von Gefühl in die Nachrichten gibt. Durch die großen Dichten unseres Landes ist bekannt, dass auch Emotionen im geschrieben Wort übertragen werden können. Allerdings fehlt dabei natürlich die Unterstützung von Gesten und Ausdrücken, die bei einem Gespräch die Nachricht verstärken. Genauso kann die Reaktion auf diesen Ausdruck nur durch die Antwort nachempfunden und nicht gesehen werden. Ebenfalls muss erwähnt werden, dass selbst wenn man auf der Plattform einen vermeintlichen Partner gefunden hat, muss sich dies in der Realität nicht bestätigen. Die Gründe dafür liegen im Unterschied der Verhalten im analogen Leben und im digitalen. Denn das Verhalten hat online einige grundlegende Unterschiede. Im Chat können beide Partner sich Zeit für die Antwort nehmen. Im realen Gespräch haben beide Gesprächspartner einige Sekunden für die Antwort, im Chat sind auch ein paar Minuten keine Seltenheit. Die beiden Partner stehen sich nicht gegenüber. Es muss sich keine Gedanken über Gestik und Mimik oder über unangenehme Verhaltensweisen (z.B. erröten) gemacht werden. Somit sind die Gesprächsteilnehmer entspannter. Das Umfeld ist gewohnt. Das erste Treffen findet meistens nicht im eigenen Wohnraum, sondern an einem neutralen Platz statt. Wenn man sich online trifft, tut man dies meist von einem Ort, den man kennt. Wenn sich diese Rahmenbedingungen ändern, ändert sich auch das Verhalten der Partner. Dies kann sich dann auch negativ auf die Wahrnehmung auswirken.

Sind diese Verhaltensweisen erst mit der Digitalisierung entstanden?

Die Idee, sich erst nach dem ersten Kontakt oder dem Kennenlernen real zu treffen, ist schon sehr alt. Seit es Zeitungen gibt, gibt es auch einen Teil für Annoncen. In diesen konnten auch alleinstehende Menschen ihren Wunsch nach Liebe kundtun und ihre Kontaktdaten übermitteln. Wenn sich dann ein Leser davon angesprochen fühlte, antwortete er auf die Annonce und der Kontakt begann. Dieses Verhalten zeigt einige Parallelen zum Online-Dating auf und zeigt deutlich, dass die Idee schon relativ alt ist.

Kann Liebe im Internet gefunden werden?

Die Antwort auf diese Frage lautet ganz klar: Ja kann sie! Es gibt genug Paare, die sich im Internet gefunden haben und nun in einer glücklichen Beziehung sind. Wie Liebe im Internet gefunden werden kann, ist eine andere Frage. Für diese gibt es, wie immer, wenn es um Liebe geht, keine genaue Handlungsanweisung. Auch wenn Dating-Websites sogar Garantien dafür aussprechen, kann auch bei diesen nicht garantiert werden, dass der Partner für das restliche leben gefunden wird. Wie oben bereits beschrieben, gibt es dabei auch noch den Faktor des Zufalls! Außerdem muss dabei auch erwähnt werden, dass im Internet Menschen gefunden und kennengelernt werden können, doch um eine Langfristige Beziehung aufbauen zu können, ist es unumgänglich, sich auch im realen Leben zu treffen und die Beziehung dort zu vertiefen.
So bleibt als Fazit zu sagen, dass Gefühle im Internet entstehen können, aber das Internet nicht in der Lage ist, die reale/analoge Welt zu ersetzen.

@Author Jasper Julius Holtfort

Shitstorm

Shitstorm

Das Thema Shitstorm hört man in den letzten Jahren immer häufiger, Tendenz steigend. Jedoch ist oft schleierhaft, wie es zu so einem Sturm der Entrüstung in sozialen Medien kommt, was die Beweggründe sind, sich an so einem zu beteiligen und was geeignete Gegenmaßnahmen sind. Im Nachfolgenden werden diese Themen näher erläutern.

Die Definition laut Duden besagt, ein Shitstorm sei ein Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht. Dieser Sturm spiegelt eine Masse von online-usern wider, die Kritik zu einem Post oder Ähnliches äußern, um ihren Standpunkt zu vertreten, der nicht mit dem Post, an dem die Kritik geäußert wird, übereinstimmt. Auslöser von Shitstorms sind, wie schon erwähnt, sogenannte Internet-Posts, also Kommentare oder Fotos, welche mit der Meinung der Zielgruppe deutlich im Widerspruch steht. Vor allem sind Unternehmen besonders gefährdet für Shitstorms, da diese sehr in der Öffentlichkeit stehen und schnell irgendwo auf eine Gruppe mit anderen Ansichten stoßen. Im Internet werden häufig Posts falsch verstanden oder nicht überlegt, was gepostet wird und wer diesen alles sehen kann. So auch zum Beispiel der Spot der Ing Diba Bank, in dem Dirk Nowitzki, ein bekannter deutscher Basketballspieler, in eine Metzgerei kommt und eine Wurst von der Dame hinter der Theke geschenkt bekommt. Ein Teil der Netzgemeinde war erzürnt über die Wurst und prangerte die Bank an, dass diese Fleisch verherrlichend wäre. Dann schalteten sich Gegner dieser Meinung und Befürworter ein und der Post ging viral. Auf dem Höhepunkt des Sturms war die Rede sogar von "Krieg" zwischen den Parteien. Die eine Partei möchte sogar ihre Konten bei der besagten Bank auflösen, die Kontraposition möchte nun das Geld nur noch zu dieser Bank bringen. Kurz danach ruft die Bank zur Mäßigung der Teilnehmer auf. (1)

Die rasante Verbreitung im Internet ist ein echtes Phänomen. Sobald eine kleine Gruppe von Online-Usern einen Post anprangert, verbreitet sich dies durch die virale Transparenz schnell. Denn oft folgen Gleichgesinnte dem Vorangegangenen und posten ebenfalls ihre Meinung unter dem Post, sodass sich das dann schneller und schneller verbreitet, wie ein Schneeballsystem. Häufig folgen Posts mit beleidigenden Äußerungen, um den Shitstorm noch mal anzuheizen. Wenn der Hype um den Kritikpost groß genug ist, schalten sich auch andere Medien ein, wie zum Beispiel Fernsehen und Radio, um davon zu berichten. Dies mobilisiert dann auch noch die letzten User mit einer ähnlichen Meinung.

Zunehmend löst sich die Welle der Empörung von dem eigentlichen Thema ab und wird immer unsachlicher und beleidigender. Denn fängt ein User mit einem beleidigenden Kommentar an, so folgen kurze Zeit später mehrere. Da sobald eine Person die Grenze überschreitet auch jeder andere glaubt, diese überschreiten zu dürfen. Die Hemmschwelle, im Internet Personen zu beleidigen, ist deutlich niedriger als im realen Leben, also von Angesicht zu Angesicht. Da man den Gegenüber nicht sieht und man sich durch die Masse an Usern und der Anonymität sicher fühlt.

Dennoch bleibt die Frage: Warum beteiligen sich so viele User an einem Shitstorm? - Dies ist damit zu begründen, dass sie ihre persönliche Meinung teilen wollen, um ihren eigenen Standpunkt zu verdeutlichen. Ist dieser dann noch die nahezu identische Meinung von vielen Anderen, so ist der Reiz noch größer, da man Teil sein kann von etwas Größerem, Teil einer Gruppe, die ein gemeinsames Ziel bzw. Feind haben. So wird das Grundbedürfnis der Zugehörigkeit stimuliert. Das bestätigt das Selbstwertgefühl der Personen, ganz gleich, ob man die anderen User kennt oder nicht, man erhält von vielen Bestätigung und/ oder Unterstützung. Bei einem Shitstorm gibt es jedoch auch noch andere Arten von Usern, so auch die sogenannten Troller. Diese versuchen, gewollt Shitstorms hervor zu rufen, durch bewusst beleidigende oder non-konforme Äußerungen auf sozialen Plattformen. Oft veröffentlichen Troller diese Posts von einem Fake-Account oder unter einem Pseudonym, um sich möglichst gut von den Posts distanzieren zu können. Troller zetteln die Entrüstungswelle an und erfreuen sich anschließend über die aufgebrachten Positionen und teils extremen Kommentare zu dem Post.

Jedoch ist es als Betroffener eines Shitstorms gar nicht so einfach, so einen Shitstorm sozial möglichst unbeschadet zu überleben. Das Selbstwertgefühl des Betroffenen sinkt, vor allem, wenn die Beleidigungen zunehmen wird es häufig auch persönlich. In extremen Fällen kommt es zu Drohungen und somit auch zu Angstzuständen bei Betroffenen. Auch Unternehmen leiden unter Shitstorms, ihr Image wird dann zunehmend beschädigt und es kommt sogar zu Gewinnverlusten in einzelnen Fällen, durch Boykottversuche der User. Viele verhalten sich falsch bei so einem aufkommenden Sturm, der Post oder negative Kommentare werden häufig schnell wieder gelöscht. Dies ist der falsche Weg, da das die Beteiligten in ihrer Meinung verstärkt und sie weiter darauf eingehen. Auch das Drohen mit einem Anwalt ist nicht ratsam und auf keinen Fall selbst beleidigend werden. Am einfachsten lässt sich ein Shitstorm vermeiden, indem man noch einmal darüber nachdenkt, wer alles den Post lesen kann, was dieser aussagt, wie er bei Dritten ankommt und dass der Post für immer irgendwo zu lesen sein wird, denn das Internet vergisst bekanntlich nie. Ist es schon zu spät und ein Shitstorm ist schon losgetreten bzw. man ist mit dem Post an einer Gruppe angeeckt, so sollte man versuchen, die Meinung oder die Sichtweise der Anderen zu verstehen und versuchen, zu schlichten. Ein Dialog zwischen den "Kontrahenten" ist oft die beste Lösung. (2) Ein gutes Beispiel für das richtige Verhalten ist zum Beispiel damals Continental. Bei der EM 2012 in der Ukraine gingen Posts umher, in denen herrenlose Hunde und Katzen getötet wurden. Alle Sponsoren waren im Visier des aufkommenden Sturms. Continental nahm relativ schnell dazu Stellung, versicherte der Netzgemeinde die Ernsthaftigkeit ihrerseits und veranlasste eine Prüfung, zudem versicherte Continental, die Gemeinde bei Neuigkeiten zu berichten und bat die User, die Seite nicht zu überfluten. Dies beruhigte die User und das Unternehmen gewann sogar an Sympathie. (3) Denn obwohl das Internet kein rechtsfreier Raum ist, ist es schwierig, sich aus rechtlicher Sicht zu wehren. Da es schwierig ist, einen Autor von einem Post im Internet ausfindig zu machen, bei anonymen Foren oder Plattformen sogar nahezu unmöglich. Sodass es nur selten Fälle von Anklagen wegen übler Nachrede oder Verleumdung an User gibt, die gestellt werden und noch seltener, dass die Schuldigen gefasst werden bzw. zur Rechenschaft gezogen wurden. (4) Nutzer haben nahezu keine Konsequenzen zu befürchten, auch bei Drohungen oder Ähnlichem. Dem Betroffenen ist also nahezulegen, die Angelegenheit durch ein Gespräch zu schlichten, da man mit rechtliche Konsequenzen oft nicht weiterkommt und mit Löschung oder Ähnlichem den Sturm eher weiter anheizt.

Candystorm

Nachdem man dies alles gelesen hat, möchte man fast meinen, dass ein soziales Netzwerk nur schlechte Seiten hat bzw. man nur ausgewählte Sachen posten darf, die jedem gefallen. Dies ist nicht so, deshalb zum Abschluss einmal kurz das äquivalente Gegenstück zum Shitstorm, der weitaus unbekanntere Candystorm. Hier drückt die breite Masse seine Zustimmung durch Unterstützung und Lob zu einem Verhalten bzw. Post aus.

@Author Hendrick Flerlage