Ausblick

Hier findet Ihr das Unterthema: Utopia und das
Fazit der Gruppe!

Utopia

Utopia - Einleitung

Vielleicht war es Gott, der die Menschen erschuf. Der Mensch als beziehungssuchendes Lebewesen aber hat seine Gemeinschaften gestaltet. Er stieg von den Vieren auf und bildete erste kleine umherziehende Gruppen. Sie schlossen sich zu immer größeren Gruppen zusammen, wurden sesshaft, bildeten Dörfer, Städte und Nationen, in denen immer mehr verschiedene Gemeinschaften existierten. Denn schon immer fühlten sich Menschen gewissen Gruppierungen zugehörig und bildeten Gemeinschaften mit ähnlichen Ansichten. Wer nicht Teil einer Gemeinschaft war, hatte weder deren Privilegien noch Ansehen. Dementsprechend wurden Mitgliedschaften stets mit großem Interesse begehrt. Aufgrund dieser aber auch anderer Eigenschaften hatten viele Außenstehende immer den Drang Teil einer Gemeinschaft zu sein. Mit dem Einzug der Technologie und der einhergehenden steigenden Transparenz, insbesondere durch das Internet, ist es wesentlich einfacher geworden, Gruppen zu finden, sich mit ihnen zu identifizieren und auch konkreter, gar Mitglied in einer Gemeinschaft zu werden. Gerade diese Vereinfachung und Schnelllebigkeit macht es wesentlich schwieriger, weiterhin Teil der Gruppe zu bleiben, da wir als Individuum immer transparenter und somit immer stärker kontrolliert werden, uns auch immer regelkonform zu den Ansichten der Gruppierungen zu verhalten haben.(1)

Der Konformitätsdruck in unserer Epoche ist somit sehr groß! Doch wie weit kann dieser Druck noch gehen? In diesem Kapitel befassen wir uns ganz konkret mit der Frage, inwiefern existieren schon Utopien - frappante Gruppierungen - und wie weit könnte es in der Zukunft noch gehen? Lassen wir uns jetzt schon von den sozialen Medien so stark beeinflussen, dass wir soziale Kontakte abbrechen? Existieren schon Gesellschaften, in denen soziale Medien den zwischenmenschlichen Umgang miteinander diktieren? Konformitätsdruck

Utopie - Begriffsklärung

Um zu verstehen, was es mit einer solchen Utopie auf sich hat, müssen wir erst einmal den Begriff weiter definieren. Das Wort Utopie kommt aus dem altgriechischen und bedeutet “der Nicht-Ort”. Es handelt sich dabei um eine Gesellschaftsordnung, die nicht an unsere zeitgenössische oder historisch-kulturelle Bedingungen gebunden ist. Im Allgemeinen kann man somit sagen, dass Utopia für eine Vision oder auch ein Konzept steht, welches sich mit fundamentalen Gegebenheiten befasst und anstelle diesen ein anderes, uns völlig fremd erscheinendes Konzept einsetzt.(1)(2)

Charakterisch für Utopien ist, dass sie in der Gegenwart bereits bestehende Ansätze weiterdenken, hinterfragen oder eliminieren. Somit haben Utopien meist einen gesellschaftskritischen Charakter. Entweder werden Ideen oder Konzepte einer “besseren” Gesellschaft entwickelt oder bereits bestehende gesellschaftskritische Faktoren, in fiktiven hyperbelartigen Gesellschaftsformen oder Situationen weiterentwickelt. Beispiel hierfür wäre die Organisation Occupy-Wallstreet, welche nach der großen Bankenkrise 2008/2009 großen Zustrom an neuen Mitgliedern bekommen hat. Diese wollen eine Art abgewandeltes kommunistischem System anstelle des kapitalistischen einführen, das sich durch diktatorischen Gehorsam der einzelnen Bürger, welche sich den definierten Prinzipien völlig verschrieben haben, auszeichnet, jedoch keinen direkten Anführer besitzen.(3)

Im Allgemeinen werden die Utopien hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit in deskriptive, evasiven und konstruktiven Utopien unterschieden, die sich mit Wirtschaft, Staat, Gesellschaft aber auch Kunst oder Religion, bzw. unserem allgemeinen Zusammenleben befassen kann.

1.Die deskriptive Utopie befasst sich mit Theorien, welche meist nicht fundamental genug sind. Ziel der deskriptiven Darstellung ist nicht ein Ableiten von Handlungsempfehlungen, sondern die Erklärung und Beschreibung des Tatbestandes.

2. Die evasive Utopie befasst sich mit Theorien, die nicht erklärend sind, sondern nur den Missstand deutlich machen. Ziel ist es hier nicht, Fehler zu finden, sondern nur deutlich zu machen, dass etwas falsch läuft. Gegen Kritik reagiert sie eher ausweichend.

3. Die konstruktive Utopie befasst sich mit Theorien, die versuchen, durch direkte Handlungsempfehlungen, bestimmte Aspekte zu verändern. Dabei ist ihr Schwerpunkt eher, dass sie bei unveränderlichen bzw. schwer veränderbare Aspekten “zu leicht” (nach Definition einer Utopie) aufhört, um am gegebenen Stand etwas zu verändern.

Ein großes Problem aus der Sicht der Utopie ist somit ihre Realisierbarkeit. Wie im Occupy Wallstreet Beispiel, befasst sie sich mit bereits bestehenden Problemen, welche in einer weit in der Zukunft liegenden fiktionalen Gesellschaft nicht bestehen. Diese fiktionale Gesellschaft erklärt nur, wie das System funktionieren soll, jedoch nicht, wie unser System sich in ein eben solches verwandeln kann. Das große Problem der Utopie ist der Transformationsprozess. Ein Beispiel hierfür ist unser globales kapitalistisches System, welches mittlerweile stark vernetzt und starr ist. Nur durch massive langfristige Eingriffe kann das System überhaupt beeinflusst werden, um Änderungen an der Gesellschaft oder des Lebens des Einzelnen herbeizuführen. Wenn man nun versucht, utopische Entwürfe mit Gewalt umzusetzten, führe das fast zwangsläufig zu einer Verschlechterung der gesellschaftlichen Situation. Da viele utopische Entwürfe aber ihrem Wesen nach auf einer totalitären Regierungsform basieren, welche man nicht ändern darf, können diese kaum Abweichungen dulden und neigen deshalb selbst zur Gewalt, besonders denjenigen gegenüber, welche Zweifel am System haben oder dieses konkret ablehnen.

Utopia - Beispiel

Sie steht vor dem Tresen und schaut auf ihr Handy. Sam hat einen Cupcake gepostet, 5 Sterne! Nächster Post: Keith Jackson hat ein Video gepostet von seinem Sohn, in welchem er so tut, als sei er ein Feuerwehrmann. 5 Sterne! Nächster Post:... Plötzlich hört sie ganz verschwommen. “So fertig ein Rusisian String!”, hatte sie das bestellt? Sie schaut nach oben und sieht ihren alten Freund Jack, welcher am Tresen der Cafebar arbeitet. Die Augenlinse umrahmt sein Gesicht und erkennt ebenfalls seinen Namen sowie seiner Like-Punktzahl von 3.797. “noch einen Cookie? Geht aufs Haus!”, fragt Jack. Sie antwortet: "Das klingt ja Super!”. Sie lacht mit einem gefälschten kurzen Lachen, wie sie es Zuhause vor dem Spiegel geübt hat. Dabei zückt sie ihr Handy und sieht auf der Anzeige. “Wie würdest du Jack bewerten?”. 5 Sterne! Sie schaut zu ihm herüber und auch er bewertet sie gerade mit 5 Sternen. “Bis morgen JayJay!”, sagte sie.”Tschau Lacie!”, sagte er zurück, doch sie ging schon weiter. Plötzlich sieht sie Keith an ihr vorbeigehen. Die Linse erkennt wieder sein Gesicht und schreibt seinen Namen sowie seine Punktzahl auf. 4.285. “Hallo Keith ich habe gerade deinen Sohn als Feuerwehrmann gesehen", sagte sie. “So Süß!”, “Ja er ist echt was besonderes!” antwortete er. Dabei nahmen beide ihre Handys und bewerteten sich gegenseitig mit 5 Sternen! Sie ließ ihren Blick über das schöne Cafe gleiten, ihre Linse erkannte dabei alle Gesichter und ihre Punktzahlen. Ich bin echt in einer guten Gesellschaft hier, dachte sie sich. Chris 4.1, Charlie 4.2, Jen 4.8, wie gern hätte sie einen Score von 4.8…sie grübelt, wie kann ich jetzt noch meine Punktzahl steigern? Sie setzte sich auf ihren Platz und sah auf den Kaffee und ihrem Cookie. Genau! Sie nahm den Cookie und biss mehrere Stücke ab bis ein schöner Halbkreis erkennbar war. Sehr Süß, sie muss auf ihre Figur achten! Sie sah sich schnell um und spuckte die abgebissenen Stück in ihre Hand. Die Reste beseitigte sie schnell auf dem Boden. Zufrieden mit ihrem Ergebnis, legte sie den Cookie dekorativ zu dem Kaffee und machte ein Foto, welches sie mit dem Text: “Leckerer Kaffee mit Keks, göttlich! ”, postete. Danach legte sie das Handy beiseite und nippte an dem Kaffee. Sie stutzte und verschluckte sich fast, er schmeckte ekelhaft. Dann plötzlich vibrierte ihr Handy und sie sah ihre Punktzahl steigen. Viele andere bewerteten ihr Foto mit 5 Sternen. Sie lächelte, selbstzufrieden. Ihr Punktzahl erhöhte sich von 4.280 auf 4.3. Sie war glücklich! (4)

Was empfinden wir beim Lesen dieser Szene? Überzogen, übertrieben und realitätsfern? Uns kann sowas niemals passieren! Sofort bauen wir eine Distanz zu den Geschehnissen auf und versuchen, uns davon zu distanzieren. Doch wie wir in den vorherigen Kapitel bereits gelernt haben, lässt es sich nicht vermeiden, von etwas beeinflusst zu werden. Durch eine Gruppe und deren Konformitätsdruck.. Wir zeigen jedem Menschen nur eine Seite unseres Gesichts. Wir tun dies, um uns besser zu fühlen! Sie würden diese Seite nicht verstehen. Und doch beschützen wir nur uns selbst mit solchen Worten.

Im Jahre 1960 nach dem Ende des zweiten Weltkrieges war die Rassentrennung von Schwarzen und Weißen Menschen ein großes Thema in den USA oder auch in Südafrika. In vielen Orten, Lokalen, Restaurants oder Kaufhäusern, ja sogar auf Zuschauertribünen im Sport waren Menschen mit Schwarzer Hautfarbe nicht erlaubt oder hatten ihre eigenen, strikt von den Weißen getrennte Bereiche. Schwarze hatten verringerte Rechte und auch die Gewalt gegenüber ihnen war härter. Erst 40 Jahre später, mit Martin Luther King und anderen größen wie Mandela, wurde in vielen Ländern die Rechte von Weißen und Schwarzen gleichgesetzt!. Viele der weißen Menschen hatten vielleicht nichts gegen die Schwarzen, doch der Konformitätsdruck war so stark, als Sonderling zu gelten oder als Verräter der weißen Rasse. (5)

Utopie - Fazit

Und heute? Da Utopien nur aus ihrem jeweiligen historischen Kontext als unrealistisch zu verstehen sind, gleichen schon viele Aspekte des Alltagslebens heute einer technischen oder sozialen Utopie aus den früheren Jahren. In den 1950er jahren waren Internet, Raumfahrt oder Gentechnik noch Utopien, welche heutzutage schon realisiert wurden. Ebenfalls wurde in der damaligen Zeit nicht für möglich gehalten ein solch schnellen, gewaltigen Informationsfluss zu gestalten, welcher in einer Stunde über Twitter, Facebook oder andere soziale Medien versendet wird. (6) Ebenfalls auch ein Mensch Präsident werden kann, für den Mexikanische Menschen nur Kriminalität ins eigene Land bringen. (7) So müssen wir uns fragen, ob wir nicht schon in solch einer Utopie leben?

@Author Arnold Hess, Felix Neddermann

Fazit

Daten umgeben uns und sind dabei allgegenwärtig. Bei allem was wir machen, greifen wir auf die gespeicherten Daten unseres Gehirns zu und versuchen daraus abzuleiten, wie wir auf verschiedenste Situationen reagieren sollen.

Im Laufe unseres Projekts haben wir uns mit verschiedenen persönlichen Daten beschäftigt und versucht die Auswirkungen dieser zu erfassen. Dabei kamen uns verschiedene Gedankenansätze zu dieser Fragestellung.

Wie weit beeinflussen digitale Daten mein analoges Leben?

Sobald wir uns in die digitale Welt des Internets wagen, verändert dies unser analoges Leben. Zuerst ganz klein, indem wir neues Wissen gewinnen oder etwas witziges sehen und dadurch für einen kleinen Moment fröhlicher sind. Dieser Effekt wird natürlich viel stärker, wenn in diesem Medium Accounts angelegt werden, die wir steuern und verändern können. Dabei spielt es natürlich eine Rolle, was für ein Account und somit auch, was für Daten wir dort behandeln. Ich selber kann sagen, dass ich mich mit meinem Stud.IP-Account nicht so stark identifiziere, wie mit meinem Gamer-Account. Das resultiert natürlich daraus, dass mein Stud.IP-Account anderen wenig Daten zur Verfügung stellt. Mein Gamer-Account hingegen, stellt anderen einen Rang zur Verfügung, der Aussagen über mein Können und meine Fähigkeiten als Spieler bietet und somit auch eine Möglichkeit ist, mich daran zu bewerten. Das gleiche Verhalten ist auch bei anderen Menschen zu beobachten, wenn es um ihre Facebook-Likes oder um ihre Instagram-Follower geht. Andere Menschen können uns anhand dieser Daten bewerten, weshalb es dazu führen kann, dass wir zum Beispiel reales Geld ausgeben, um unseren Rang zu verbessern oder viel Zeit in das Fotographieren unseres lebens stecken, um mehr Follower zu generieren. Digitale Daten können also einen erheblichen Einfluss auf unser analoges Leben haben. Wie weit dieser Einfluss gehen kann, zeigen die folgenden zwei Beispiele:

1. Rehtaeh Parsons, eine Schülerin aus Kanada, nahm sich nach jahrelangem Cyber Mobbing das Leben. (1)

2. Felix Arvid Ulf Kjellberg verdient seinen Lebensunterhalt damit, Videos von Computerspielen hochzuladen. (2)

Diese Beispiele zeigen, wie extrem die Auswirkungen von digitalen Daten sein könne. Bei der einen Person führt er zur absoluten Verzweiflung, bei der anderen Person führt der Rang als Spieler dazu, dass er damit Geld verdienen kann.

Können Daten meine Persönlichkeit reproduzieren?

Wie weit können meine Daten mich darstellen? Um diese Frage geht es unter anderem in dem Text “Liebe im Digitalen Wandel”. Können sie mich soweit präsentieren, dass andere Menschen entscheiden könne, ob sie mich mögen oder nicht? Auf diversen Plattformen können wir uns präsentieren und Daten über uns preisgeben. Dabei können wir natürlich sehr viele Daten hochladen und durch Reaktionen auf die Inhalte anderer Nutzer, ein immer umfangreicheres Bild von uns präsentieren. Auch die Handhabung des Accounts lässt viele Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Nutzers zu. Dies ist auch der Grund, warum Unternehmen wie Facebook und Google Milliarden damit verdienen, diese Daten an Dritte zu verkaufen. Denn schon diese Daten reichen, um Dinge wie unsere Gewohnheiten oder unser Kaufverhalten zu analysieren. Resultierend aus diesen Daten können uns dann Produktempfehlungen geschickt oder gezeigt werden, die unseren Gelüsten entsprechen. Klar ist aber auch, dass eine Plattform nicht reichen würde, um den kompletten Geist eines Menschen zu erfassen. Interessant ist es aber, was bei der Verknüpfung von allen Anwendungen, die wir online benutzen, passieren würde. Diese Frage gehört aber in den Bereich der Utopie.

Klar ist also, dass wir uns mit unseren Daten identifizieren und diese auch Auswirkungen auf uns haben. Somit muss den Entwicklern und Betreibern von Plattformen, auf denen Daten hochgeladen, erzeugt oder angesehen werden, klar sein, welche Verantwortung sie tragen.

Ein Algorithmus denkt nicht, er handelt nur. Aus diesem Grund, muss der Entwickler auch die moralischen Fragen der Anwendung klären, bevor er dem Algorithmus befiehlt zu handeln.

Die Entwickler einer Anwendung entscheiden über alle Daten. Wer kann was hochladen und wer kann diese Inhalte dann sehen oder, wer soll welche Inhalte sehen. Sie geben also die Spielregeln vor, nach denen die Nutzer agieren müssen. Wobei diese Regeln nicht für jeden Nutzer gleich sind.

Das Wissen von dieser Verantwortung ist wichtig, wenn eine Anwendung entworfen wird, aber auch wenn diese Anwendung dann genutzt wird.

@Author Jasper Julius Holtfort