Ein Überblick über Geschichte, Ausmaß, Methodik, Rechtliches sowie Präventives zur Industriespionage

Definition

Wirtschafts- und Industriespionage sind zwar inhaltlich und methodisch sehr eng miteinander verwandt, müssen aber begrifflich abgegrenzt werden.

Historie
wuestenfux / pixelio.de

Das Bundesamt für Verfassungsschutz definiert: "Wirtschaftsspionage ist Teil der Spionage, der die staatlich gelenkte oder gestützte, von fremden Nachrichtendiensten ausgehende Ausforschung von Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen beinhaltet. Betreibt hingegen ein konkurrierendes Unternehmen eine private Ausforschung, handelt es sich um Konkurrenzausspähung, die häufig auch Industriespionage genannt wird".[1] In den meisten Fällen handelt es sich dabei um die illegale Beschaffung von betriebsinternen Informationen.

Ganz konkret wird Meissinger, wonach Industriespionage, die er auch Konkurrenzspionage oder Wettbewerbsspionage nennt, die Ausforschung ist, "die ein (konkurrierendes) privates Unternehmen gegen ein anderes betreibt" [2, S.8], ist.

Der Hauptunterschied zwischen Wirtschafts- und Industriespionage besteht darin, ob es sich um staatlich ausgelöste Spionage handelt oder ob sie von der privaten Wirtschaft ausgeht.

Die Spionageaktivität der konkurrierenden Unternehmen beschränkt sich dabei nicht allein auf Konkurrenten im engeren Sinne, sondern bezieht sich auf das gesamte Wettbewerbsumfeld, zu dem auch Lieferanten, Abnehmer und Hersteller von Ersatzprodukten zählen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen betreiben oft nur sehr wenig Aufwand, um betriebsinterne Informationen zu schützen, so dass sie besonders von Spionageangriffen betroffen sind.

Ziel einer solchen Spionage ist es, unbemerkt an Informationen zu gelangen, die die Wirtschaftskraft des eigenen Unternehmens verbessern und vor unerwarteten Entwicklungen schützen. Neben Kenntnisse über neue Produkttechnologien können auch Informationen über innovative Produktionsabläufe von Interesse sein.

Es geht um:

  1. Abschöpfung, die Gewinnung von Informationen während eines Gesprächs ohne dass der Gesprächspartner sich dessen bewusst ist.
  2. Daten, also objektiv ermittelte, unverarbeitete Informationen mit geringer Aussagekraft.
  3. Informationen, dokumentierte Daten oder Mitteilungen, die auf Entscheidungen oder Ansicht des Empfängers Einfluss haben können.
  4. Wissen, das ist die verwertbare oder verwertete, in gegebenen Kontext und Verarbeitungsstadium zielgerichtete, Information.
  5. Know-how, das ist die Bezeichnung für spezielle, besonders technisch oder ökonomisch verwertbare Kenntnisse, Erfahrungen und Wissen.


Quellen

[1] Bundesamt für Verfassungsschutz (2014): Wirtschaftsspionage: Risiko für Unternehmen, Wissenschaft und Forschung", Köln, http://www.verfassungsschutz.de/de/download-manager/_broschuere-2014-07-wirtschaftsspionage.pdf (18. November 2014)

[2] Meissinger Jan (2006): Gefahren und Bedrohungen durch Wirtschafts- und Industriespionage in Deutschland, Hamburg, Verlag, Dr. Kovac

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