EINSATZBEREICHE

[ AAL : Einleitung ]

Artjom B.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) befasst sich schon seit Langem mit der Mensch-Technik-Interaktion für den demografischen Wandel. BMBF_Mensch Für AAL unterscheidet man hierbei zwischen vier Einsatzbereichen. Dazu gehören Gesundheit und Pflege, Haushalt und Versorgung, Sicherheit und Privatsphäre sowie Kommunikation und soziales Umfeld. Da es sich um ein großes Themengebiet handelt, überschneiden sich sämtliche Inhalte. Daher ist es unmöglich, die bereits erstellten Konzepte klar voneinander zu trennen. Fazit_Forschung Folgende Abschnitte sollen einen klaren Überblick darüber verschaffen, was das Kernthema der einzelnen Bereiche ist und wo genau das Konzept AAL überhaupt eingesetzt wird.

[ AAL : Gesundheit und Pflege ]

Henning Z.
Der Einsatz von Assistenzsysteme im Bereich Gesundheit und Pflege kann grob in die Subbereiche Gesundheitsfür- und vorsorge, chronische Krankheiten und altersbedingte Krankheiten eingeteilt werden. Fazit_Forschung

Im Bereich der Gesunheitsfürsorge- und vorsorge werden vor allem Vital- und Bewegungsdaten erfasst. Sie lässt sich in die Bereiche primär, sekundär und tertiäre Prävention unterteilen. Praevention Unter Primärprevention versteht man die Prävention von Krankheiten, die noch nicht aufgetreten sind, aber mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auftreten, wenn der Patient seine Lebensgewohnheiten nicht ändert.

Ein Beispiel, wie AAL-Systeme bei dieser Art von Prävention helfen können, ist die Gewichtsreduktion, um Krankheiten wie Diabetes zu vermeiden. Dabei können z. B. Daten wie Blutdruck, Gewicht etc. an den behandelnden Arzt übermittelt werden und dieser kann alarmiert werden, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden und sofort Maßnahmen ergreifen. Der Patient kann durch AAL-Systeme außerdem beim Abnehmvorgang selbst unterstützt werden. Dort können Dinge wie ein Schrittzählen oder eine Kalorienzähler-App zum Einsatz kommen, um dem Patienten das Abnehmen zu erleichtern. bwcon_Health

„Sekundäre Prävention (Früherkennung) bezieht sich auf die Entdeckung eines Frühstadiums einer Krankheit, ‘welche meist symptomlos ist’ und deren erfolgreiche Frühtherapie“. VDE_Assistenz Dabei sollen zum einen unnötige Kosten verhindert werden, da die Behandlung der erkennbaren Krankheiten meist um einiges teurer ist als die Früherkennung. Zum anderen sollen die Leiden des Erkrankten gelindert werden, da Krankheiten im Frühstadium oft deutlich leichter zu behandeln sind. VDE_Assistenz

Tertiäre Prävention ist der Versuch der Behandlung einer symptomatische Krankheit, wodurch eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustands des Betroffenen verhindert werden soll. Hier können z. B. Techniken wie der an der Jade Hochschule entwickelte Roboter Paro eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um einen Roboter, der einem Robbenbaby nachempfunden ist. Paro erreicht die Demenzkranken auf Emotionalerebene und ermöglicht so einen leichteren Zugang zu den Patienten, wodurch die Bedürfnisse der Patienten in Erfahrung gebracht werden können. bwcon_Health derStandard

Viele chronische Krankheiten bedürfen einer ständigen Erfassung von Vitalwerten. Dieses ist gerade in ländlichen Regionen oft problematisch, da in Deutschland hier ein zunehmender Ärztemangel herrscht. Zur ständigen Kontrolle bietet es sich daher an, Telemonitorin-Systeme einzusetzen.
Dabei sollen Daten über Sensortechnik oder manuell erfasst werden und an jene weitergegeben werden. Diese können dann zur Fernuntersuchung, -diagnose und -überwachung des Patienten sowie zu Dokumentationszwecken genutzt werden. Fazit_Forschung BMBF_Ambulant

Im Fall von Altersbedingten Krankheiten geht es vor allem darum, dem Patienten Kontroll- und Steuerungsaufgaben abzunehmen. Durch die Unterstützung von AAL-Systemen können die betroffenen Personen länger eigenständig sein und in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Die Technik muss dabei auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Patienten angepasst werden. Dies kann zum Beispiel ein sich automatisch abschaltender Herd bei einem Demenzkranken sein.

Im Bereich Gesundheit und Pflege gibt es also viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten für Ambient Assited Living Systeme. Der Einsatz von den aufgeführten Technologien birgt daher diverse Chancen und Risiken, die nun im folgenden erläutert werden.

Durch die ständige Überwachung der Patienten wird es möglich Risikopatienten und chronisch Kranken mit einer enorm gesteigerten Effizienz zu behandeln, da bei Risiko Abweichung von Normwerten sofort festgestellt werden können und darauf reagiert werden können und nicht viel Zeit ins Land streicht, wenn jenes erst beim nächsten Arztbesuch festgestellt wird. Dadurch gibt man dem Patienten gleichzeitg ein gewisses Sicherheitsgefühl dafür, dass er die richtigen Dinge tut. Insgesamt kann durch die dauerhafte Überwachung ein gesteigertes psychisches Wohlbefinden bei Patienten erzeugt werden. Allerdings bringt die dauerhafte Überwachung auf Gefahren wie das Erfassen von fehlerhaften Messwerten mitsich. Jenes birgt für den Patienten ein großes Risiko, da die Dauerüberwachung suggeriert, dass mit dem Patienten alles in Ordnung sei und er nicht zum Arzt gehen muss. Dadurch kann es gegebenfalls zu einer verspäteten Erkennung von Fehlentwicklungen im Kranksheitverlauf kommen. IBM Diabetes_Care

Die in der Gesundheit und Pflege eingesetzten Systeme für Ambient Assited Living möglichen den Patienten immer früher aus dem Krankenhaus oder der Rehabilitation-Klinik entlassen zu werden und sich wieder in seiner gewohnten Umgebung aufzuhalten. Dadurch ergeben sich für die Kliniken neue Potentiale um Kosten zu senken. Jenes bringt allerdings auch immer die Gefahr mit sich, dass die Qualität der Behandlung leidet.

Außerdem erweitert sich der medizinische Wirkungsraum des Arztes durch Telemonitoring-Systeme enorm. Diese Entwicklung ist aufgrund des zunehmen Ärztemangels in ländlichen Regionen positiv zu sehen, da die ländliche Bevölkerung somit leichter medizinisch versorgt werden kann. IBM Rhein

[ AAL : Haushalt und Versorgung ]

Luca G. , Artjom B.
Elektronische Haushaltsgeräte erleichtern die selbstständige Lebensführung und gehören immer mehr zum aktuellen Alltag dazu, da sie die Lebensqualität der Nutzer steigern und viele Sachen erleichtern. Fazit_Forschung Das oberste Ziel im Einsatzbereich Haushalt und Versorgung ist es, die häusliche Umgebung so bestmöglich auszustatten, sodass die Nutzer die eingesetzten Systeme ganz alleine ohne fremden Einfluss nutzen können. bwcon_Health

Nichtsdestotrotz sind die derzeitigen Haushalte im Vergleich zu der Ausstattung, die man in den aktuellen Autos vorfindet, eher schlecht ausgelegt. Diese besitzen so viel Technologie, wie z. B. GPS-Navigation, Einparkhilfen, elektrische Fensterheber etc. „Dagegen sind Wohnungen heute noch ziemlich dumm“, sagt Birgid Eberhardt vom Verband der Elektrotechnik (VDE). Die Koordinatorin der AAL-Innovationspartnerschaft mit dem Bundesforschungsministerium (BMBF) glaubt, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird. WiWo Zur Zielgruppe sollen bei diesen Systemen nicht nur Senioren und beeinträchtigte Menschen gehören. Ein ganz wichtiger Punkt ist nämlich auch, die breite Masse anzusprechen. Dies geschieht automatisch, denn was einfach zu bedienen ist, gefällt Senioren, aber auch allen anderen. Ein Beispiel dafür ist die einfache Nutzung und ein simples Design bei Google. Im Haushalt gibt es verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Dazu zählen z.B. Anwendungen aus dem Bereich “Smart Home". Smart Home soll dabei dazu dienen, die Technologie und Dienste im häuslichen Bereich miteinander zu integrieren, um so die z.B. die Sicherheit und den Komfort zu optimieren. Fazit_Forschung

Im Haushalt gibt es verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Der wichtigste davon ist die Vernetzung der verschiedenen Geräte. Hier befindet sich auch die größte Hemmschwelle, nämlich fehlende Standards. So sollen z. B. die Heizung, das Licht und notfalls der Herd runtergeregelt werden, wenn Sensoren im Fußboden merken, dass die Person die Wohnung verlässt. WiWo Bildschirme mit zusätzlichen Informationen über die Geschehnisse oder Automatik-Programme von dein jeweiligen Haushaltsgeräten sollen können zusätzlich Abhilfe schaffen und die Lebensqualität der Nutzer erhöhen. Fazit_Forschung

Ein großes Ziel ist daher: Knöpfe vermeiden. Ein System erfinden, das alles automatisch erkennt und im Hintergrund “arbeitet"?. Zum Thema Versorgung soll auch alles so einfach wie möglich ablaufen.
Beispielweise soll es möglich sein, einen einfachen Blick in den Kühlschrank zu werfen und nebenbei alles in die App “PAUL"? einzutragen, die dann Händler in der Umgebung kontaktiert, welche bereits Lebensmittel zur Wohnung liefern. WiWo

[ AAL : Sicherheit und Privatsphäre ]

Artjom B.
Personen, die Unterstützung benötigen und das Konzept AAL für sich nutzen wollen, wünschen sich einerseits einen hohen Grad an Schutzmöglichkeiten und andererseits einen individuellen Freiraum. Der Bereich Sicherheit ist sehr vielfältig, deswegen kann dieser mit einer Vielzahl von Schutzsystemen ausgestattet sein. AAL_Seminararbeit
Systeme aus dem Bereich “Security and Safety"? sind hierfür optimal geeignet. Anwendungen, die hierbei typischerweise zum Einsatz kommen sind Alarmsysteme, z. B. durch automatisierte Rufsysteme für die Bereiche Feuer, Wasser und Gas. Fazit_Forschung Ein weiterer Anwendungsfall sind Systeme, die Zugangsberechtigungen zu den Gebäuden prüfen. Darunter fallen z. B. Fingerabdruck- und Gesichtserkennung.
Für zusätzliche Sicherheit können automatische Notrufe sowie Bewegungsmelder eingesetzt werden. Fazit_Forschung Des Weiteren besteht die Möglichkeit der Fernüberwachung- und steuerung, indem die technische Infrastruktur des bestehenden Haushalts mit einem externen Sicherheitsunternehmen vernetzt wird. Dadurch sollen das Empfinden im Bereich Sicherheit sowie die allgemeine Bewegungsfreiheit erhöht werden. Der Punkt Privatsphäre darf hierbei jedoch nicht vernachlässigt werden, deswegen muss man genau abwägen, ob Technologien wie Kameras oder Mikrofone angebracht werden sollen. Darüber hinaus ist die Datenspeicherung ebenfalls ein Punkt von großer Bedeutung, damit die Patientendaten nicht in fremde Hände gelangen. Eine Möglichkeit ist, die Daten lokal zu verwalten und den Schutz durch einen sicheren Kanal zusätzlich zu erhöhen. Fazit_Forschung

[ AAL : Kommunikation und soziales Umfeld ]

Luca G. , Artjom B.
In diesem Einsatzbereich geht es vor allem darum, dass die Vernetzung zum sozialen Umfeld (Familie, Nachbarn etc.) gegeben ist und dass diese zusätzlich gestärkt wird. bwcon_Health
AAL-Systeme sollen in diesem Fall dafür sorgen, den Alltag zu unterstützen, indem z.B. die Kommunikation mit Familienmitgliedern vereinfacht wird. Kommunikationsnetzwerke (z.B. in Form eines differenzierten sozialen Netzwerks) sowie die soziale Integrationsind in diesem Bereich gerne gesehen. Fazit_Forschung
Die Kommunikation soll wie alles Andere auch so einfach wie möglich gehalten werden. Ein einfacher Knopfdruck in PAUL und dieser ruft dann per Skype Freunde an. WiWo In manchen Projekten, die vor allem auf gesundheitlich anfällige Patienten zielen, die z. B. bereits einen Anfall hatten, ist “Überwachung" durch Sensoren und deren Kommunikation zu Hilfsorganisationen das Wichtigste. Denn frühe Erkennung und das schnelle Handeln kann somit Leben retten. WiWo
Daher werden Gewohnheiten aufgezeichnet, wie das morgentliche Aufstehen oder der Ablauf in der Küche o.ä. Diese sind automatisch mit einer Gesellschaft, wie den Johannitern, Verwandten etc. vernetzt und schlagen gegebenenfalls Alarm. Diese versuchen dann den Betroffenen zu kontaktieren oder rufen sogar bei Bedarf einen Krankenwagen. Daher wird das soziale Umfeld bei Sicherheitsfällen mit einbezogen. WiWo

[ AAL : Literaturverzeichnis ]

Fazit Forschung - Ambient Assisted Living. Abgerufen am 01.01.2014 von http://www.fazit-forschung.de/fileadmin/_fazit-forschung/downloads/FAZIT-Schriftenreihe_Band_17.pdf
Ambient Assisted Living - Deutsche National Bibliothek. Abgerufen am 01.01.2014 von http://d-nb.info/1016390661/34#page=13
Wirtschaftswoche - Roboter für den Haushalt. Abgerufen am 01.01.2014 von http://www.wiwo.de/technologie/forschung/high-tech-roboter-fuer-den-haushalt/6211230.html
BMBF/VDE - Zielgruppen für AAL-Technologien und -Dienstleistungen. Abgerufen am 01.01.2014 von http://www.vde.com/de/Technik/AAL/Publikationen/Kongress-undFachbeitraege/documents/zielgruppen%20f%C3%BCr%20aal%20_tabelle_.pdf
AAL-Demenz betrifft alle, "Derzeitige Einsatzmöglichkeiten". Abgerufen am 01.01.2014 von http://demenzbetrifftaalle.files.wordpress.com/2011/12/derzeitige-einsatzmc3b6glichkeiten.pdf
AAL-Demenz betrifft alle. Abgerufen am 01.01.2014 von http://demenzbetrifftaalle.wordpress.com/aal/
bwcon-Health Care "Ambient assisted living". Abgerufen am 01.01.2014 von http://www.bwcon.de/bwcon_newsdetail.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=5136&tx_ttnews[backPid]=505
VDE-Ambient Assisted Living (AAL)und TeleMonitoring. Abgerufen am 01.01.2014 von http://www.vde.com/de/institut/querschnittstechnologien/intelligenteheimvernetzung/anwendungsszenarien/seiten/ambientassistedliving.aspx
Gesundheitsförderung und Prävention im Alter. Abgerufen am 01.01.2014 von www.albertinen.de/module/download/5787 /
BMBF-Ambulant vor stationär. Abgerufen am 01.01.2014 von http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/ambulant-vor-stationaer.php
derStandard-Roboter Robbe therapiert Demenzkranke. Abgerufen am 01.01.2014 von http://derstandard.at/1304551073840/Assistive-Technologie-Roboter-Robbe-therapiert-Demenzkranke
VDE-Intelligente Assistenzsysteme im Dienst für eine reife Gesellschaft. Abgerufen am 01.01.2014 von https://www.vde.com/de/InfoCenter/Seiten/Details.aspx?eslShopItemID=bf0cf8cb-33a9-4769-94b5-4fb960138ad3
IBM-Mobile Telemedizin. Abgerufen am 01.01.2014 von http://www-05.ibm.com/de/healthcare/literature/telemedizin-gleick-ibm-pervasive-healthcare-solution.pdf
Diabetes Care-Überwachung der psychischen Wohlbefinden bei ambulanten Patienten mit Diabetes. Abgerufen am 01.01.2014 von http://www.epistemonikos.org/de/documents/caabc9bc9f8c96141bfbeff4eeadd6005553e08c/
BMBF-Mensch-Technik-Interaktion für den demografischen Wandel. Abgerufen am 01.01.2014 von http://www.mtidw.de/
Rhein Zeitung-Gesundheit: Ärztemangel wird den ländlichen Raum hart treffen. Abgerufen am 15.01.2014 von http://www.mtidw.de/