Fazit

Soziale Netzwerke sind in der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken, da sie den Nutzern zahlreiche Chancen bieten. Doch schon Johann Wolfgang von Goethe schrieb: „Wo viel Licht ist, ist starker Schatten“ [GOE12]. Demgemäß sind mit sozialen Netzwerken nicht nur Möglichkeiten verbunden, sondern auch Risiken wie Fakeaccounts, Cybermobbing und Stalking. Wie unsere Ausarbeitung zeigt, bilden diese längst keine Ausnahmeerscheinungen mehr und sind ohne Frage ein großes Problem im Internet, insbesondere für die Opfer. Mittlerweile ist Cybermobbing zwar als Problem bei Jugendlichen präsent und einige Schulen reagieren beispielsweise mit Anti-Mobbing-Workshops, dennoch wird es nach unserer Meinung noch nicht ausreichend thematisiert. So wird bis heute in der Gesellschaft und in den Medien kaum wahrgenommen, dass nicht nur Jugendliche Opfer von Cybermobbing werden, sondern auch Erwachsene betroffen sind. Dies ergab eine Umfrage des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) [PCF12].

Durch die Möglichkeit Beleidigungen rund um die Uhr jeden Tag vor Millionen von Menschen zu äußern, ergibt sich für die Opfer keinen Rückzugsraum mehr. Viele Täter sehen diese Gelegenheit als Freifahrtschein um ihre Opfer mit üblen Beleidigungen zu quälen. Seit dem Internet und den sozialen Netzwerken gibt es kein „klassisches“ Opfer mehr, sondern diese Faktoren begünstigen, dass jeder zum Opfer werden kann. Demzufolge findet die Opferauswahl heutzutage willkürlich statt. Im Fall von Megan Meier haben wir gesehen, dass die Täter am Ende selbst zum Opfer wurden und nach der Tat am Internet-Pranger stehen. Sowohl die Geschichte von Megan Meier als auch die Fallstudie von dem Fakekind zeigten, dass die Opfer in der Regel ihre Täter kennen. Allerdings können die Täter durch die Anonymität des Internet ihre eigene Identität verschleiern und somit bleibt für die Opfer nur die belastende Ungewissheit, welche Person sie so öffentlich demütigt.

Was in vielen Fällen als harmloser Spaß beginnt, kann fatale Folgen mit sich ziehen, denn „nichts ist quälender als die Kränkung menschlicher Würde“ [SCS07]. Wie die Opfer von Cybermobbing und Stalking mit dieser „Kränkung“ umgehen, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Aus diesem Grund sind die Auswirkungen von Internetattacken auch so facettenreich und können von leichten in schwerwiegende Folgen übergehen. In Extremfällen kann es sogar zum Tod des Opfers kommen. Entweder wird dieser vom Täter herbeigeführt oder das Opfer kann die Geschehnisse psychisch nicht verarbeiten und sieht infolgedessen lediglich den Suizid als letzten Ausweg, wie die Geschichte der 13-jährigen Schülerin Megan aus Missouri zeigte.

Außerdem haben wir in dieser Ausarbeitung gesehen, dass das Risiko zum Opfer von Internetattacken zu werden allgegenwärtig ist. Dennoch können sich Nutzer von sozialen Netzwerken durch Präventionsmaßnahmen vor diesen Gefahren schützen und das Risiko mindern. Ist man trotz dieser Maßnahmen Opfer von Fakeaccounts, Cybermobbing oder Stalking geworden, muss man sich nicht zurückziehen. Holger, aus der Fallstudie „Das Fakekind“, hat gezeigt, dass man auch als Opfer nicht untätig sein muss und beispielsweise die gesamten Kontaktversuche seiner Stalkerin in einer Stalking-Akte zu Beweiszwecken dokumentieren kann. Zudem gibt es eine Vielzahl an Anlaufstellen, an die sich Opfer wenden können. Durch die Auflistung der exemplarischen Anlaufstellen möchten wir nochmal deutlich machen, dass es für Opfer andere Auswege gibt, mit der hohen psychischen Belastung umzugehen als die Wahl zum Suizid.

Abschließend können wir sagen, dass die Risiken von sozialen Netzwerken wie Fakeaccounts, Cybermobbing und Stalking in der Zukunft weiterhin bestehen werden. Trotz der Tatsache, dass Betreiber dieser Netzwerke versuchen diese Probleme einzudämmen, wird es ihnen leider nicht gelingen können, diese vollständig zu beseitigen. Wir vermuten, dass diese Risiken auch künftig zwar in der Gesellschaft gegenwärtig sind, aber trotzdem noch unterschätzt werden. So wird es zu weiteren einzelnen Extremfällen kommen, die in der ganzen Welt für großes Aufsehen sorgen werden, aber nichts an der Tatsache ändern, dass noch zu wenig für die Prävention getan wird. Daher halten wir es für nötig, dass in der Gesellschaft mehr Aufklärungsarbeit über die Gefahren im Internet geleistet werden sollte. Zu guter Letzt bleibt abzuwarten, ob in Deutschland zukünftig ein Anti-Mobbing-Gesetz verabschiedet wird. Obwohl bereits Bürgerinitiativen existieren, die ein entsprechendes Gesetz fordern, hält die Regierung die bestehende Gesetzeslage für vollkommen ausreichend [MOB12].

Autorin: Sabrina Kröger

Quellen