Täter/Opfer-Beziehung

Megans Mutter Tina war sehr darauf bedacht Megan im Internet zu schützen, so dass allein Megans Eltern das Passwort für ihr Myspace-Profil besaßen. Sie konnten so Megans Aktivitäten kontrollieren. Auch als sie Josh als Freund hinzufügen wollte, musste Megan ihre Mutter um Erlaubnis bitten. Da Megan Josh nicht persönlich kannte, überwachte Tina die Freundschaft der beiden. Lediglich an dem Tag, an dem die Anschuldigungen gegen Megan öffentlich wurden, war Tina nicht zu Hause und konnte Megan über ihr Mobiltelefon nicht überzeugen, den Computer auszuschalten. Die Familie von Megan ahnte auch nach ihrem Tod nichts davon, dass Josh ein von Freunden erstelltes Profil war, das später öffentlich zugänglich wurde.

Nur durch eine Nachbarin, deren Tochter ebenfalls an dem Profil beteiligt war, erfuhren Megans Eltern, wer sich hinter Josh Evans verbarg.

Die Mutter einer Freundin von Megan, mit der sie sich zerstritten hatte, legte das Fakeprofil an, um zu sehen, ob Megan schlecht über ihre Tochter redet. Dabei ermutigte sie ihre eigene Tochter und eine Nachbarstochter am Fakeprofil teilzunehmen. Nach Megans Tod erklärte sie, sie wisse nicht, wie Außenstehende an den Zugang zu dem Myspace-Account gelangten. Sie sei der Meinung, Megan hätte herausgefunden, dass es sich um einen Fakeaccount handelt, und die Diskussionen mit den anderen Nutzern des Profils hätten zu ihrem Selbstmord beigetragen.

Megans Familie und die ihrer Freundin kannten sich bereits über einen längeren Zeitraum. Sie lebten in derselben Straße und Megan fuhr mit ihnen in den Urlaub. Selbst nach Megans Suizid wandten sich die Meiers in ihrer Trauer an die Nachbarfamilie und nahmen an Familienfeiern teil, bis sie die erfuhren, wer hinter Josh Evans steckte [MMF12].

Autoren: Benjamin-Christian Bierbrauer, Sabrina Kröger, Carolin Radig

Quellen: