Zusammenfassung

Die erste Fallstudie befasst sich mit der 13-jährigen Megan Meier aus Missouri, USA. Megan lernte auf der Plattform Myspace den 16-jährigen Josh Evans kennen und verliebte sich. Doch hinter Josh verbarg sich ein Fakeprofil, erstellt von einer ehemaligen Freundin und deren Mutter. Kurze Zeit später erhielt Megan eine Nachricht von Josh, in der er ihr mitteilte, dass er nicht wisse, ob er weiterhin mit ihr befreundet sein könne, da er gehört hatte, sie würde ihre Freunde schlecht behandeln.

Einen Tag später, am 16. Oktober 2006, verteilte Megan noch Einladungskarten für ihren bevorstehenden 14. Geburtstag in der Schule. Zuhause loggte sie sich mit Hilfe ihrer Mutter Tina wieder bei Myspace ein, um Josh zu schreiben und herauszufinden, was er gemeint hatte. Megans Mutter bat sie sich auszuloggen, da sie einem Arzttermin mit Megans jüngeren Schwester nachkommen musste und so nicht verfolgen konnte, was Megan auf Myspace tat.

Trotz weiterer Bitten von Tina über ihr Mobiltelefon loggte Megan sich nicht aus. Kurze Zeit später rief Megan ihre Mutter unter Tränen an und berichtete, auf Myspace würden Gerüchte über sie verbreitet werden. Das Profil von Josh war nun auch anderen zugänglich gemacht worden. Tina war wütend darüber, dass Megan sich immer noch nicht ausgeloggt hatte.

Als sie wieder nach Hause kam, schimpfte sie mit Megan, die sich Hilfe von ihrer Mutter erhofft hatte.

Während ihre Eltern das Essen in der Küche vorbereiteten, erhängte Megan sich in ihrem Kleiderschrank. Sie wurde kurz darauf von ihren Eltern gefunden, doch trotz mehrerer Wiederbelebungsversuche wurde Megan am nächsten Tag, drei Wochen vor ihrem 14. Geburtstag, für tot erklärt. Erst sechs Wochen nach Megans Tod erfuhr ihre Familie das Josh nie existierte [MMF12].

Autoren: Benjamin-Christian Bierbrauer, Sabrina Kröger, Carolin Radig

Quellen: