Angewandte Informatik

Der Forschungsbereich der angewandten Informatik an der Universität Oldenburg besteht aus sieben verschiedenen Abteilungen, welche sich im Laufe der Jahre entwickelt haben. Im Folgenden werden einige der Abteilungen detaillierter beschrieben.

Very Large Business Applications (Wirtschaftsinformatik)

Entstanden ist die Abteilung der Wirtschaftsinformatik Ende 2005. Der Leiter dieser Abteilung ist Prof. Dr. Jorge Marx Gomez. Zu den angebotenen Modulen gehören unter Anderem die Module "Wirtschaftsinformatik II" und "E-Business", welche zu den Pflichtmodulen des Wirtschaftinformatikstudiums zählen. Neben diesen Pflichtfächern gibt es eine Reihe von weiteren Modulen z.B. "IT-Controlling", "Mobile Commerce" und "ERP-Technologien". Außerhalb der normalen Module bietet die Abteilung auch Projektgruppen sowie Oberseminare an. Very Large Business Applications steht in Kontakt zu vielen Drittmittelprojekten und Industriekontakten. Erfolgreiche Projekte dieser Abteilung sind unter Anderem erfolgreiche Projektgruppen und exportierte Studiengänge nach Lateinamerika.

Lernende und Kognitive Systeme

Leiter der Abteilung lernende und kognitive Systeme ist Prof. Dr. Claus Möbius. Das Forschungsgebiet der Abteilung befasst sich mit Forschung und Entwicklung im anwendungsorientierten Bereich, dazu gehört die Analyse und Synthese wissensbasierter Experten-, Diagnose-, Assistenz-, Lehr- und Lernsysteme.

Der Schwerpunkt der Abteilung befindet sich zurzeit im Bereich des "Cognitive Modeling" und des "Cognitive Engineering". Dort wird mit einem bildgebenden Verfahren, die Hirnaktivitäten von Schülern, bei Chemieaufgaben, untersucht. Im Speziellen soll herausgefunden werden ob aus kognitiven Modellen, das Lösen von Chemieaufgaben vorhergesagt werden kann. In weiteren Projekten werden Autoverfahren und kognitive Pilotmodelle genutzt, um eine "Was-Wäre-Wenn"-Analyse zur Planung von Gefahren vorherzusagen.

Umweltinformatik

Die Abteilung Umweltinformatik wird geleitet von Prof. Dr. Michael Sonnenschein. Die Umweltinformatik an sich ist ein Studienschwerpunkt bzw. eine Vertiefungsrichtung des Informatikstudiums. Die Abteilung bietet als Lehrveranstaltungen unter Anderem die Pflichtmodule "Algorithmen und Programmierung sowie "Algorithmen und Datenstrukturen" an. Zusätzlich gibt es Proseminare und Seminare der Abteilung sowie Projektgruppen.

Der Forschungsbereich der Abteilung liegt in der Unterstützung einer effizienteren Nutzung von Ressourcen mit Hilfe von Software-Werkzeugen und einer langfristig intakten Umweltentwicklung. Für Szenarienvergleiche und Prognosen, dienen besonders Software-Werkzeuge. Des Weiteren können Entscheidungsunterstützung und Steuerungsaufgaben eingesetzt werden.

Business Engineering (Wirtschaftsinformatik)

Die Abteilung Business Engineering wird geleitet von Prof. Dr.-Ing. Axel Hahn und apl. Prof. Dr.-Ing. Jürgen Sauer. Das Lehrangebot besteht unter Anderem aus den Pflichtmodulen für Wirtschaftsinformatiker, Projektmanagement und Wirtschaftsinformatik I. Darüberhinaus gibt es verschiedene Seminar und Projektgruppen.

Die Forschung sowie die Lehre stützen sich auf Entwicklungsprojekte in Industrieunternehmen, außerdem auf das Logistik-, Produktions- und Supply Chain Management. Die Abteilung arbeitet eng mit dem Institut für Informatik OFFIS e.V.

Die Forschung ist in drei Anwendungsfelder aufgeteilt "Entwicklungsmanagement" in Industrieunternehmen", "Logistik-, Produktions- und Supply Chain Management" und "Optimierung des RZ-Managements".

"Entwicklungsmanagement" erforscht die Unterstützung von IT in Produktentwicklungsprozessen durch Entwurfs- und Analysewerkzeuge. Moderne Logistikkonzepte, Simulationssysteme in der Planung gehören z.B. zum Bereich des "Logistik-, Produktions- und Supply Chain Management". Um einen effizienteren Betrieb eines Rechenzentrums zu gewährleisten zu können gibt es den Bereich "Optimierung des RZ-Managements".

Theoretische Informat

Die theoretische Informatik der Universität Oldenburg besteht aus drei eher kleineren Abteilungen, die im Flur A3-2 zu finden sind. Die verschiedenen Abteilungen bieten im Wechsel die Basismodule "Theoretische Informatik I" und "Theoretische Informatik II" an.

Parallele Systeme

Diese Abteilung wird durch Herrn E. Best geleitet und besteht aus sechs Mitarbeitern. Neben den beiden vorher genannten Basismodulen, werden die Basismodule "Informatik und Gesellschaft" sowie "Soft Skills" angeboten. Auch die Module "Modellchecking", "Kryptologie" und "Petrinetze" werden regelmäßig aus dem Schwerpunkt der Abteilung ausgeschrieben. Daneben werden die Module "Effiziente Algorithmen" und "`omplexitätstheorie" unregelmäßig ausgeschrieben. Anhand der Abschlussarbeiten kann der Schwerpunkt der Abteilung im mathematische n Bereich wie z. B. "Das Lemma von Farkas und seine Varianten" sowie die Eigenschaften von Petrinetzen gesehen werden.

Formale Sprachen

Die Leitung dieser Abteilung wird durch Frau A. Habel übernommen und hat insgesamt drei Mitarbeiter. Neben den zu erst genannten Basismodule n wird das Seminar "Graphersetzungssysteme" und ein Oberseminar "Formale Sprachen" im Wintersemester 2010/2011 angeboten. Da immer unterschiedliche Seminare angeboten werden, wird hier auf eine genauere Liste verzichtet. Anhand der Themen für Abschlussarbeiten kann darauf geschlossen werden, dass die Schwerpnunkte der Forschung in "Graphische Konsistenzbedingungen" und "Formale Sprachen" liegt. Dabei dient die Graphischen Konsistenzbedingungen der Beschreibung der Eigenschaften von Graphen. Bei den Formalen Sprachen sollen Algorithmen für kontextfreie Grammatiken visualisiert werden.

Entwicklung korrekter Systeme

Diese Abteilung wird von Herrn E.-R. Olderog geleitet, existiert seit dem 01. April 2003 (zuvor die Abteilung "Semantik") und besteht aus zehn Mitarbeitern. Neben den beiden Basismodulen werden derzeit keine weiteren Module oder Seminare angeboten. Die Arbeiten der Abteilung sind der "Theorie der Programmierung" zuzuordnen. Dabei werden die formale Semantik von Spezifikations- und Programmierkonzepten für parallele und verteilte Systeme dargestellt. Ziel dieser Forschung ist es korrekte Software für Computersysteme zu entwickeln. Wobei sich dies durch die Parallelarbeit verschiedener Komponenten, durch Kommunikation zwischen diesen Komponenten und durch Zeitanforderungen auszeichnet.

Interviews

Im Bezug dieses Seminars wurden drei Interviews mit Professoren bzw. wissenschaftlichen Mitarbeitern geführt. Die Erkenntnisse dieser Interviews werden hier kurz gegenübergestellt. Dabei werden die Gemeinsamkeiten und Unterschieden, warum diese in die Forschung gegangen sind, dargestellt.

Bevor der Bezug zur Forschung gemacht wird, wurde geklärt wie sie überhaupt zur Informatik gekommen sind. Dabei ist in den Interviews aufgefallen, dass alle drei neben dem Interesse an der Informatik auch ein Interesse an mathematischen bzw. naturwissenschaftlichen Bereichen hatten. Die Wahl Informatik zu studieren, ist in allen drei Fällen auf Grund der wirtschaftlichen Lage und den Jobchancen entschieden worden. Während des Beginns ihres Studiums haben sie selbst nicht viel von der Forschung der Informatik mitbekommen, außer der Erkenntnis, dass sie sehr theorielastig war, da der mathematische Bezug noch sehr groß war. Erst im späteren Verlauf des Studiums, als Projektgruppen gebildet und Oberseminare besucht wurden, bekam man einen näheren Einblick in die Forschung.

Warum sie dann selbst in die Forschung gegangen sind, hatte dann verschiedene Gründe. Zum einen der Spaß an der Lehre während der Promotion, frühe Einstellung als Hiwi und dann immer weiter an Projekten gearbeitet oder schwindendes Interesse an Projekten in der Wirtschaft, aber nicht generell an der Forschung also wieder zurück an die Universität.
Die Veränderungen der Forschung in der Informatik im Lauf der Zeit sieht so aus, dass sie sich von der sehr theoretischen, zur praxisorientierten und dann zur anwendungsorientierten Forschung gewandelt hat. Heute werden die Projekte marktorientiert gestalten und dies wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, evt. so weit, dass die Unternehmen selbst keine Forschungsabteilung mehr haben und ihre Aufträge an die Universitäten weiterleiten. Dies steht im direkten Zusammenhang mit der Drittmittelfinanzierung, die in den letzten Jahren ebenfalls gestiegen ist. Außerdem hat sich die Größe der Forschungsprojekte geändert. Früher arbeiteten ca. zwei bis drei Personen an einem Projekt. Heute sind Projekte international und viele Personen arbeiten gleichzeitig daran.

Zuletzt der Grund warum die Interviewpartner an dieser Universität sind. Da die Universität Oldenburg ein etablierter Informatikstandort ist und es hier keine festen Strukturen gibt, wurde das Interesse an diese Universität zu kommen geweckt. Es gab in allen Fällen eine ausgeschriebene Stelle, auf die sie sich beworben haben und da der Einstellungsprozess so schnell abgewickelt wurde, wurden diese Stellen auch angenommen bevor es weitere Rückmeldungen von anderen Bewerbungen gab.