Augmented Reality

Augmented Reality (AR), zu Deutsch Erweiterte Realität, bezeichnet die Kombination aus computerge- stützter und wahrgenommener Realität. Hauptsächlich dient sie dazu, dem Anwender Zusatzinformationen zur Verfügung zu stellen, die unmittelbaren Bezug zu seinen realen Wahrnehmungen haben [IT]. Die Idee reicht schon zurück in die 60er Jahren, aber erst seit der Einführung von iphone und anderen Smartphones. gibt es neuen Aufwind.

AR wird beispielsweise in der Industrie eingesetzt, wie z.B. in der Automobilbranche. Die BMW Group z.B. arbeitet derzeit an einer Datenbrille über die dem KFZ-Mechaniker virtuelle Hilfestellung geleistet wird (s .Abb. 1).

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Abbildung 1: Über eine Datenbrille erhält der Mechaniker virtuelle Hilfestellung
„[Der Mechaniker erhält] während der Reparatur eines Motors,[sic] dreidimensionale virtuelle Zusatz-Informationen zum jeweiligen Triebwerk, die ihn von der Fehlerdiagnose bis zur Fehlerbehebung unterstützen. Über die reale Umgebung hinaus sieht er virtuell animierte Bauteile, zu verwendende Werkzeuge und hört Handlungsanweisungen zu Arbeitsschritten über die in die Brille integrierten Kopfhörer.” (BMW)

AR und soziale Netzwerke

Das AR auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, ist wohl abzusehen, vorallem, wenn man bedenkt, was für Auswirkungen AR für soziale Netzwerke haben kann. Pionierarbeit in dieser Richtung leistet bereits heute Tagwhat. Tagwhat ist auch wie Wikitude ein sog. AR-Browser, jedoch mit dem Unterschied, dass der Nutzer selbst Informationen jeglicher Art ohne großen Aufwand bereitstellen kann, um sie mit anderen zu teilen. Zugriff auf die Informationen, die auch als Augmented Reality Tag bezeichnet werden, erhält man über eine Karte online auf der Tagwhat-Seite oder unterwegs über das Handy. Die Anwendung scannt dabei die nähere Umgebung und zeigt die verfügbaren Tags an.

Tagwhat vereint Elemente sozialer Netzwerke, indem es ein ähnliches Konzept wie Twitter verfolgt. Die Tags von Benutzern können aboniert werden, sodass man dessen Aktivitäten verfolgen kann. Es ist zudem möglich, die Tags zu kommentieren. Laut den Entwicklern wird auch auf die Privatsphäre viel Wert gelegt. So kann der Benutzer seine Tags z.B. nur für seine Freunde sichtbar machen [Ori].

Zu Testzwecken wurden zum Taggen statt Geo-Lokalisierung schon RFID-Chips benutzt. Etabliert sich diese Technik, erschließen sich vollkommen neue Möglichkeiten, Informationen einzusehen und zu verbreiten. Um was für Informationen es sich hier handelt oder wofür diese genutzt werden könnten, bleibt einem alleine der Fantasie überlassen [Ori]. Getaggte RFID-Chips in Kleidungen könnten z.B. mit einem Blick etwas über die Marke, den Preis und die Größe verraten.

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Abbildung 2: Das Leben mit AR
Wenn Menschen anfangen, ihre eigenen, getaggten RFID-Chips mit sich herumzutragen, könnten sie sogar Informationen über sich Preis geben, wie sie es in anderen sozialen Netzwerken wie Vz und Facebook schon tun. Sie könnten der Öffentlichkeit ihren Namen, ihren Gemütszustand oder ihren Familienstand zugänglich machen. Nicht nur, dass damit gewisse Gefahren verbunden sind, auch der Alltag würde sich drastisch verändern. Die Tags könnten beispielsweise große Auswirkungen auf das Flirtverhalten der Menschen haben (s. Abb. 2). Männer würden vielleicht Frauen gar nicht erst ansprechen, wenn sie bereits vergeben sind oder wenn ihre Interessen nicht übereinstimmen.

Literatur