Ethik

Internet als Zwang

Heut zu Tage ist das Internet mehr als ein reines Kommunikationsmedium. War der Vorgänger des heutigen Internets, das ARPANET, noch für rein technische Zwecke gedacht, wird das Internet heute als Medium für den Beruf und das private Leben genutzt.
Die meisten Berufe setzten ein Grundverständnis von Textverarbeitungsprogrammen, E-Mail Programmen und der gezielten Suche nach Daten im Internet vor raus. Ein entrinnen dieser Technik ist kaum noch zu denken.
Die Universitäten stellen ihre Informationen im Netz zur Verfügung und gehen somit davon aus, dass jeder Student einen Zugang zum Internet hat. Sei es nun über die bereitgestellten Rechner in der Universität als über den heimischen Rechner. Ohne das Internet wird das Studieren erschwert, bzw. ist es kaum möglich.
Dieser Zwang sich mit dem Internet zu befassen, führt dazu das man ohne das Medium Internet kaum noch am normalen Berufleben teilhaben kann. Viele Internet-Neueinsteiger müssen die Mächtigkeit dieses neuen Mediums von Grund auf erlernen. Dies erscheint in den ersten Schritten einfach, birgt aber viele Probleme und Fallen auf die beim Kauf eines Routers nicht hingewiesen wird. Sind die Neueinsteiger nun online, heißt es sich im Internet zu Recht zu finden. Die meist älteren Neueinsteiger wissen oft nicht wie sie beginnen sollen und lassen aus Angst etwas falsch zu machen sich nicht auf das technische Medium ein.
Auch ist es für jüngere Menschen wichtig mit dem Internet verbunden zu sein, um täglich E-Mails zu kontrollieren oder die neusten Informationen über Instant Messenger aus zu tauschen. Ist man nicht mit dem Internet verbunden „verpasst“ man etwas und ist zum Teil sozial ausgegrenzt.

Datenklau

Durch die digitalisierung des Privatlebens und des Berufes ist den meisten Benutzern nicht bewusst was mit den bereitgestellten Daten passiert oder sie hegen kein Interesse daran sich damit auseinander zu setzen. Es werden gerade in sozialen Netzwerken wie Myspace, Facebook und weiteren bereitwillig Bilder von Urlauben, Feiern oder privaten Anlässen, oder auch Kontaktdaten ins Netz gestellt um dies Freunden und Bekannten zu zeigen. Diese Daten können leicht an Dritte gelangen und bleiben im Internet bestehen, obwohl viele davon nichts wissen.
Sind diese persönlichen Daten einmal von einem Hacker erfasst, kann dieser damit für seine Zwecke Schaden anrichten. Hierbei werden z.B. die Kontodaten zum Kauf von Waren und Gütern verwendet oder aber zum Transfer von Geldsummen. Passwörter können gestohlen werden und führen dazu, dass der Hacker Zugriff auf weitere Daten erhält.
Die zuvor bereitgestellten Bilder dienen als Grundlage zur Existenzzerstörung. Handelt es sich bei dem Hacker um z.B. einen Stalker der einer Person Schaden zufügen will, kann er intime Fotos auf pornografischen Seiten oder Singlebörsen publik machen und der Person somit einen ethischen Schaden zufügen. Meist werden solche Bilder nur durch Zufall entdeckt und sind schwer zu entfernen.

Existenzzerstörung

Die geschädigte Person verliert somit in aller Öffentlichkeit ihr Gesicht und muss sich für die ihr zugefügte Aktion rechtfertigen. Viele Personen die zu solch einem Opfer geworden sind, sind einer blanken Scham ausgesetzt und trauen sich über solch einen Vorfall nicht zu sprechen.
Geraten diese Informationen an den Arbeitgeber kann es durchaus passieren, dass dieser auf den Vorfall unangemessen reagiert, wenn dieser zuvor nicht aufgeklärt wurde. Eine Kündigung könnte eine Folge sein, wenn das Ansehen des Unternehmens leiden könnte.
Ebenso könnten sich Freunde und Familie von einer Person distanzieren wenn diese nicht wissen, dass es nicht das eigene Verschulden war.
Durch Seiten wie z.B. "Pädohunters" werden Personen im Internet als Kinderschänder bezeichnet und öffentlich gedemütigt und verlieren dadurch ihre Existenz.
Desweiteren gibt es sogenannte „Hass-Seiten“ die sich gegen jegliche Personen richten. Hierbei wird z.B. ein Mensch mit dem man einen Streit hatte öffentlich nieder gemacht und gedemütigt. Auch kann man das Haus der Person auf einer Karte markieren und ihn vor aller Welt als minderwertiges Lebewesen bezeichnen. Hierbei handelt es sich um eine ausländische Seite die von deutschen Internet Providern seit 2008 zensiert wurde, sodass man sie nicht mehr erreichen kann.

Internet als Informationsquelle für ein Bewerbungsgespräch

In einer Umfrage von 2008 im Focus wurde angegeben, dass 22 Prozent der amerikanischen Personalberater soziale Netzwerke als Grundlage für die Einladung von Bewerbenden benutzen.
Dabei werden die Profile der einzelnen Bewerber auf Fotos von Alkoholkonsum und Drogen durchschaut und auch auf provokante Bilder die auf einen ausfallenden Lebensstil hinweisen.
Fällt ein möglicher Bewerber in seinem Online Profil negativ auf, wird er vorab nicht eingeladen, obwohl er vielleicht die passenden Qualifikationen hat.
Aufgrund der Selbsdarstellung im Internet können Benachteiligungen in der Berufsqualifikation entstehen. Daher wird geraten neben einer guten Bewerbung samt lückenlosen Lebenslauf, auch ein gepflegtes Online-Profil mit wenig persönlichen Daten zu besitzen.

Die Privatsphäre des Menschen

Wie im Abschnitt Existenzzerstörung bereits erwähnt wurde, ist es durch das Internet möglich auf die Privatsphäre eines fremden Menschen zu zugreifen, ohne das er davon Kenntnis nimmt. So werden vermehrt durch technische Erungenschaften wie z.B. Google Streetview Personen und Häuser im Internet publik gemacht. Um auf die angesprochene Privatsphäre Rücksicht zu nehmen, werden die Personen verpixelt. Allerdings streiten sich hierbei die Gemüter ab wann alles im Internet veröffentlicht werden darf, und was wirklich privat bleiben soll.
Weitere Plattformen wie yasni.de ermöglichen es einem Benutzer einen beliebigen Namen einer bekannten Person einzugeben und das Programm durchsucht das Internet nach digitalen Fußspuren der Person und listet alle Treffer auf.
Die einst gelöscht geglaubten Fotos oder Adressen erscheinen im Klartext für jede Person sichtbar.

Anonymität im Internet

Das Internet ist durch seine Anonymität ein beliebter Treffpunkt für Personen die sich hinter einer Maske verstecken wollen. Es erscheint für viele Menschen angenehm schreiben zu können was sie wollen ohne in einen direkten Zusammenhang mit ihrem privaten Leben zu stehen. Es ist oft schwer einen Foreneintrag auf eine Person zurück zu führen und so wird im Internet vieles veröffentlicht, was nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte (als Beispiel, siehe Wikileaks).
Auch können sich Menschen mit sozialen Hemmnissen in einer virtuellen Spielwelt wie Secondlife ein komplett neues virtuelles Leben kriieren und sich in eine fiktive Rolle versetzen.
Oft verschwimmt die virtuelle Welt mit der Realen was viele Gefahren mit sich bringt.

Fazit

Möchte man sichergehen was von sich selbst im Internet veröffentlicht wird, sollte man nur das freigeben was man selbst vertreten kann. Ein ausgefallener Lebensstil ist privat, gehört jedoch nicht ins Internet und schon gar nicht öffentlich.

von Sabrina - Cynthia Schnabel

Quellen