Im Folgenden stellen wir unsere Begriffsfindung von hybrid, hybride Welt und Grad der Hybridität dar und gibt ein abschließendes Fazit ab. Dabei werden zusammenfassend Probleme durch soziale Aspekte behandelt und ein Ausblick auf mögliche Zukunftsszenarien gegeben.
Der Begriff "hybrid" stammt ursprünglich aus der Antike und bedeutet im Griechischen "hybris", welches mit Übermut, Gewalt oder Beschimpfung (Brockhaus Enzyklopädie, 19. Auflage) übersetzt werden kann. Dieser Wortstamm ist allerdings im modernen Kontext nicht mehr gebräuchlich. Im Duden (Der kleine Duden, "Fremdwörterbuch" , 1983) findet sich die Bedeutung "gemischt, aus Verschiedenem zusammengesetzt". Diese deckt sich mit der modernen Definition im Brockhaus, wo zusätzlich "von zweierlei Herkunft, zwitterhaft" zu finden ist.
Mit diesem Verständnis des Begriffes hybrid lässt sich der Begriff hybride Welt wie folgt definieren. Eine hybride Welt ist eine virtuelle Welt, die mit der realen Welt in Wechselwirkung steht. Dieses trifft auf jede virtuelle Welt zu, denn jede virtuelle Welt ist durch die reale Welt bestimmt. Sie ist durch Hardware wie Server und dessen Programmierung von der realen Welt festgelegt. Andererseits beeinflusst auch jede virtuelle Welt die reale Welt, weil die Teilnehmer durch die virtuelle Welt beeinflusst werden. Somit ist jede virtuelle Welt auch hybrid. Bei einer hybriden Welt kann der Grad der Hybridität unterschiedlich sein, wie im Folgenden erläutert wird.
Der Grad der Hybridität bezeichnet, wie stark sich die virtuelle Welt mit der realen Welt vermischt. Dabei spielt die Menge der Schnittstellen eine bedeutende Rolle. Wenn der Inhalt einer virtuellen Welt nicht nur audiovisuell, sondern auch durch den Tastsinn vermittelt wird wie z.B. durch künstlich erzeugten Wind, so ist diese virtuelle Welt weitaus hybrider als eine, die nur rein visuell übertragen wird. Auch die Ähnlichkeit der virtuellen mit der realen Welt ist entscheidend. Wenn mit heutiger Computertechnik sogar die Bewegung von Blättern im Wind simuliert wird, so wird die virtuelle Welt intensiver wahrgenommen und der Grad der Hybridität ist stärker als bei ersten virtuellen Welten in zweidimensionaler Darstellung.
Die Nutzungsintensität der verfügbaren Schnittstellen entscheidet mit darüber, ob eine virtuelle Welt als besonders hybrid angesehen wird. Ist eine Schnittstelle in Form eines Services wie das genannte Second Life Telefon von den Erschaffern der Welt vorgesehen und wird aber kaum genutzt, so macht es die Welt nicht hybrider. Eine nicht durch die Programmierer festgelegte Schnittstelle wie soziale Auswirkung auf die Sprache und Verhaltensweisen der Teilnehmer hingegen, lässt durch die hohe Nutzungsintensität dieser Schnittstelle die Welt hybrider werden.
Die virtuellen Welten bringen ein immer fesselnderes Spielerlebnis hervor, so dass Menschen teils komplett in eine virtuelle Welt flüchten. Die Teilnehmer können in eine Sucht verfallen und leiden unter Realitätsverlust und können nur schwer wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden. So sollten die sozialen Aspekte von virtuellen Welten stets im Auge behalten werden und Gefahren durch gesetzliche oder Maßnahmen des Herstellers eingedämmt werden.
Doch wie weit wird der Grad der Hybridität noch gehen? In einigen Jahren könnten virtuelle Welten so weit gehen, dass sie kaum noch von der realen Welt zu unterscheiden sind. Wenn das gesamte Empfinden der Menschen simuliert werden könnte, entweder indem in Räumen ähnlich der Cave-Systeme die Umwelt noch realer simuliert werden kann oder indem sogar durch Beeinflussung unseres Gehirns eine komplette Welt vorgespielt werden kann. Die Vermischung der virtuellen und der realen Welt scheint jedoch unaufhaltsam stärker zu werden, und die Unterschiede werden verschwindend geringer.