- 5.1 Wie wichtig sind Form und Layout?
- 5.2 Wie wichtig sind Abstract, Einleitung und Literaturverzeichnis?
- 5.3 Stilfragen
- 5.4 Techniken beim Schreiben
- 5.5 Was ist sonst noch zu beachten?
5. Wie schreibe ich meine Diplomarbeit?
5.1 Wie wichtig sind Form und Layout?
Der Inhalt der Diplomarbeit ist erheblich wichtiger als die äußere Form. Das Hauptkriterium für gutes Layout ist die Lesbarkeit.
Entsprechend spät kann die Beschäftigung mit dem Layout eingeplant werden. Es ist allerdings vorteilhaft, schon frühzeitig das Werkzeug auszuwählen, mit dem die Diplomarbeit erstellt werden soll, um schon während des Schreibens verschiedene Formen ausprobieren zu können (vgl. [3, S. 43 f.]).
5.2 Wie wichtig sind Abstract, Einleitung und Literaturverzeichnis?
Abstract, Einleitung und Literaturverzeichnis können als ,,Aushängeschild`` der Diplomarbeit aufgefaßt werden und sind der meistgelesene Teil vieler Diplomarbeiten.
Anhand des Abstracts und der Einleitung können sich Gutachterinnen (und andere Leserinnen und Leser) einen ersten Eindruck von der Diplomarbeit verschaffen und das Literaturverzeichnis kann einer Einschätzung der Qualität der wissenschaftlichen Arbeit dienen.
Dabei soll das Literaturverzeichnis einer Diplomarbeit genau die referenzierten Arbeiten verzeichnen, also nicht um weiterführende, aber in der Arbeit nicht zitierte Literatur ergänzt sein (,,References`` vs. ,,Bibliography``, vgl. [2]).
5.3 Stilfragen
,,Ich``, ,,wir`` oder ,,man``?
Anders als in englischsprachigen wissenschaftlichen Texten, in denen die wir-Form üblich ist, hat man im Deutschen die Wahl zwischen verschiedenen Formen: die ich-Form (oder die wir-Form für eine Gruppe), die für ,,der Autor und der Leser`` stehende wir-Form, die man-Form und die passive Form (,,Es wird gezeigt, daß ...``). Deininger et al. [3, S. 48 f.] stellen gegenüber, welche Form wann angemessen sein kann, ohne eine Form für den Haupttext zu bevorzugen. Beutelspacher [1, S. 70 f.] gibt die Regeln, ,,man`` sei zwar nicht schön, aber auch nicht falsch, ,,ich`` sei nur für persönliche Aussagen des Autors zu verwenden und bevorzugt die wir-Form für den Haupttext.
,,Guter`` Stil.
Die Diplomarbeit ist in einem wissenschaftlichen Stil zu verfassen, also klar, präzise, eindeutig, ohne unnötige Füllwörter (vgl. [2], [3, S. 45 ff.], [12]).
Diplomarbeiten in der Informatik können die Formulierung von Definitionen, Sätzen und Beweisen erfordern. Hinweise zur ,,richtigen`` Formulierung geben Beutelspacher [1] und Knuth et al. [6].
Eine Möglichkeit, den ,,richtigen`` Stil für die Diplomarbeit zu finden, besteht darin, Literatur zu suchen, deren Stil einem selbst gut gefällt und sich daran zu orientieren [7, S. 29]; ein Ausgangspunkt können etwa Arbeiten der Betreuerin oder Diplomarbeiten mit ähnlichem Thema sein.
Zu allgemeinen Stilfragen wird in englischsprachigen Papieren oft auf Strunk und White [13] verwiesen, das aber z.T. sehr sprachspezifisch ist.
Eine andere Perspektive.
Eine Möglichkeit, die Qualität eines (eigenen) Textes einzuschätzen, besteht darin, die Perspektive einer Gutachterin einzunehmen und den Text systematisch anhand fester Kriterien zu ,,zerpflücken`` (vgl. [5]). Eine gute Grundlage bietet das Papier ,,A Guide for New Referees`` von Ian Parberry [9].
5.4 Techniken beim Schreiben
Auf die Frage, mit welchen Techniken man der Masse an aufzuschreibender Information am besten begegnet, geben u.a. desJardins [4], O'Leary [7] und Raibert [12] Antworten. Die wesentlichen Tips sind, mit einem Entwurf der Gliederung zu beginnen und diese schrittweise zu füllen und zu verfeinern, zunächst nur Stichpunkte zu notieren, wenn eine ,,schöne`` Formulierung nicht sofort gelingt, sowie schon während des Arbeitens mit dem Schreiben zu beginnen.
In Oldenburg bietet außerdem das
Schreiblabor
Workshops, Schreibgruppen und individuelle
Beratung an.
5.5 Was ist sonst noch zu beachten?
Es ist der Qualität einer Diplomarbeit üblicherweise zuträglich, wenn sie von einer Person Korrektur gelesen wird, die nicht so sehr mit dem Thema vertraut ist, wie es der Autor und die Betreuerin sind, da mit mehr ,,Abstand`` vergessene Definitionen, mehrdeutige Formulierungen oder unklare Erklärungen eher erkannt werden können (vgl. [4]). Die Geduld einer solchen Person sollte aber nicht mit vielen, sich nur marginal unterscheidenden Versionen strapaziert werden.
Besonders negativ fallen leicht vermeidbare Fehler auf, z.B. Rechtschreibfehler, die von automatischen Rechtschreibprüfungen in der Regel erkannt werden und Fehler wie etwa Überreste von Copy-and-Paste-Aktionen, die erkannt werden können, indem betreffende Abschnitte noch einmal zusammenhängend korrekturgelesen werden (vgl. [3, S. 36 f.]).
Andreas Moeller
2000-04-25