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1. Was ist eine Diplomarbeit?

Mit der Diplomprüfung soll u.a. geprüft werden, ob man wissenschaftlich arbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse anwenden kann. Durch die Diplomarbeit soll genau diese Fähigkeit unter festen Zeitvorgaben durch selbständige Arbeit gezeigt werden (vgl. DPO, §§1,2,26)

Dabei bezieht sich das wissenschaftliche Arbeiten in erster Linie auf die Technik und den Stil. Besonders hervorzuheben sind die in Deininger et al. [3, S. 58] aufgeführten Kriterien[*]: Kenntnisse und Fähigkeiten, Systematik und Wissenschaftlichkeit, Initiative und Einsatz, Selbständigkeit, Qualität der Ergebnisse, Präsentation der Ergebnisse. Die Frage der wissenschaftlichen Relevanz des Themas, wie sie etwa bei Chinneck [2] herausgestellt wird, ist zwar nicht zu vernachlässigen, aber bei einer Diplomarbeit zweitrangig und vor allem Aufgabe der Betreuerin.


2. Wie finde ich ein Thema und eine Betreuerin?

Unterabschnitte

2.1 Thema

Zu den wichtigsten Schritten bei der Vorbereitung einer Diplomarbeit gehört die Wahl des Themas. Diese Entscheidung ist mit Bedacht zu treffen und dies sollte in Ruhe geschehen und nicht übereilt werden.

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, ein Thema für eine Diplomarbeit zu finden.

Es empfiehlt sich, sich frühzeitig im Fachbereich umzuhören und auszuloten, an welchen Projekten und Aufgaben gerade gearbeitet und geforscht wird, um ein Bild davon zu bekommen, in welchem Gebiet Themen für Studien- und Diplomarbeiten anfallen.

Die Teilnahme an Vertiefenden Lehrveranstaltungen und Seminaren verschafft einen guten Überblick und hilft, eigene Ideen und Interessen an Themengebieten festzustellen.

Wer sich für eine gewisse Problematik oder Grundfrage interessiert, kann am besten in der entsprechenden Abteilung Ausschau halten. Dabei ist es sinnvoll, die Schwarzen Bretter und anderen Aushänge im Auge zu behalten, denn dort werden häufig Ankündigungen gemacht, welche Arbeiten zur Zeit anstehen, und bei wem sie absolviert werden sollen.

Eine weitere Quelle ist das WWW, in Oldenburg speziell die Webseiten der Informatik[*]. Auch dort finden sich auf den Seiten der einzelnen Arbeitsgruppen, u.a. Hinweise auf vertiefende Vorlesungen, Projekte, und Themen für Studien- und Diplomarbeiten.

Es empfiehlt sich, hierbei stets beide Quellen im Auge zu behalten, denn manche Themen werden nur an den Schwarzen Brettern und andere nur auf den Webseiten angekündigt.

Wer diese Methode der Themenauswahl bevorzugt, bekommt Betreuerin und Arbeit meist im ,,Doppelpack``.

Wer jedoch eigene Vorstellungen von einem Thema hat und auch eigene Ideen und Interessen umsetzen möchte, wird sich ein Thema selbst aussuchen und damit zu potentiellen Betreuerinnen gehen.[3, S. 22]

Eine Arbeit mit interessantem Thema liefert die Motivation, sich sechs Monate lang damit zu beschäftigen, deshalb ist die Wahl eines Themas so wichtig.

Bei der Entscheidung, welches Thema für die Diplomarbeit gewählt wird, können eine Reihe von Quellen wichtige Informationen liefern:

1.
Kommilitonen, die bereits Diplomarbeiten schreiben oder geschrieben haben.
Deren einschlägige Erfahrungen mit ihren eigenen Themengebieten können einen guten Überblick bieten. Auch die Fachschaft kann hier unter Umständen weiterhelfen.
2.
Andere Diplomarbeiten lesen.
Diplomarbeiten anderer Kommilitonen sind eine gute Quelle, denn häufig werden hier Ideen für weiterführende Arbeiten präsentiert. Arbeiten mit ähnlichen Themen können neue Ideen anregen oder konkretisieren.
3.
Gespräche mit den potentiellen Betreuerinnen führen.
Was ist der Inhalt und der Zweck der Arbeit? Welche Vorraussetzungen sind mitzubringen (z.B. die Beherrschung einer bestimmten Programmiersprache, gewisse Vorlesungen im Vertiefungsfach, u.ä.). Hierbei läßt sich auch in Erfahrung bringen, wie intensiv die Betreuung sein wird.

Es ist notwendig, den Schwierigkeitsgrad der Arbeit abzuschätzen. Ist das Thema anspruchsvoll, besteht die Möglichkeit, eine ,,glänzende`` Leistung zu bringen, allerdings ist die Gefahr des Scheiterns hierbei größer als bei einer Arbeit mit einem ,,Durchschnittsthema``. [3, S. 22]

2.2 Betreuerin

Die Frage, welche Betreuerin in Frage kommt, ist zwar nicht so wichtig, wie die nach dem Thema der Arbeit, aber keineswegs zweitrangig.

Oftmals gehen Thema und Betreuerin einher, denn gewisse Mitarbeiter im Fachbereich arbeiten an bestimmten Projekten, bei denen auch Themen für Diplomarbeiten anfallen.

Dennoch sollte keine x-beliebige Betreuerin gewählt werden. Mit dieser Person muß der Diplomand die nächsten sechs Monate lang auskommen und sich - nach Möglichkeit - einmal alle ein bis zwei Wochen treffen. Dabei spielt natürlich eine große Rolle, daß keine persönlichen Antipathien im Wege stehen. Sollte dies der Fall sein, ist es empfehlenswert, eine andere Betreuerin zu suchen. [3, S. 23]

Die Betreuerin wird eine gute Betreuung für eine Arbeit liefern, wenn sie selbst ein Interesse an dem Thema zeigt. Deshalb sollte ein Gespräch mit der potentiellen Betreuerin deren Motivation und Einsatzbereitschaft klären. Sind diese hoch, ist mit viel Hilfestellung und Bereitschaft zum Treffen zu rechnen. [3, S. 23]

Wer sich selbst ein Thema aussucht, sollte sich eine dazu passende Betreuerin auswählen. Hierbei wäre es angebracht, mit den Mitarbeiterinnen des Fachbereiches, bzw. der Abteilung persönliche Gespräche zu führen, ob diese eine Diplomarbeit zum ausgesuchten Thema überhaupt und in welchem Umfang betreuen möchten und können.


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Andreas Moeller
2000-04-25