Department für Informatik

Hintergrund der Einrichtung des Studienprogramm

In Deutschland lebt eine Vielzahl von Migrantinnen und Migranten, die in Informatik oder verwandten Fachgebieten wie etwa der Mathematik gut bis hoch ausgebildet aus ihren Heimatländern zu uns gekommen sind. Allerdings gibt es deutliche Schwierigkeiten bei der Anerkennung der im Ausland erworbenen Abschlüsse und damit auch einhergehende Probleme in den Arbeitsmarkt einzutreten. Zentrale Ursache ist die geringe Anerkennung der Abschlüsse; geschätzt 70% der Anträge werden abgelehnt. Wichtige Beobachtung ist, dass hiermit eine große Zahl an Migrantinnen und Migranten bereits sehr gute (Vor)Kenntnisse in Fächern mit Bezug zu Informatik haben (Mathematik, Logik, Elektrotechnik, Nachrichtentechnik). Hier ist es wichtig auch die Lebens- und Lernbiographien der Migrantinnen und Migranten aufzunehmen und angemessen anzuerkennen. Da eine vollumfängliche Anerkennung eines vorangehenden Studiums oft nicht gelingt, muss ein Studienprogramm sorgfältig mögliche Anerkennungen prüfen, um eine gute Balance zwischen bestehendem Vorwissen und Erfahrung und wettbewerbsfähigen neu zu erwerbenden oder aufzufrischenden Kenntnissen und Fertigkeiten in Informatik zu finden.

Im Studienprogramm Informatik für Migrantinnen und Migranten werden hoch ausgebildeten Migrantinnen und Migranten mit hoher Qualifikation in Mathematik, Ingenieurwissenschaften und Informatik fehlende bzw. aktuelle Kenntnisse in Informatik vermittelt, um ihnen so einen in Deutschland anerkannten Abschluss in BSc / MSc Informatik zu ermöglichen. Besonderheit des Studienangebotes ist die individuell zugeschnittene Studienplanung und -begleitung. So können die Migrantinnen und Migranten ihr Potenzial zielgerichtet ausschöpfen und werden dabei durch intensive Betreuung unterstützt. Die Teilnehmenden an dem Studienprogramm absolvieren das Studium in einem der Studiengänge der Informatik (B.Sc. bzw. M.Sc.) mit dem besonderen Augenmerk, sie so in das Bachelor- bzw. Masterstudium zu integrieren, dass fehlende Kenntnisse ergänzt bzw. evtl. veraltete Kenntnisse aufgefrischt und auf den aktuellen Stand gebracht werden. Dafür ist eine individuelle Beratung vor dem Einstieg in das Studium notwendig, in der sorgfältig geprüft wird, welche Leistungen eines früheren Studienganges im Ausland für einen BSc- oder MSc-Abschluss in Informatik anerkannt werden können und welche noch erworben werden müssen. In einer individuellen Beratung, die in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss erfolgt, werden die zu studierenden Module festgelegt und gemeinsam ein Studienplan entwickelt, der auf die besondere Lebenssituation der Migrantinnen und Migranten zugeschnitten wird (Berufstätigkeit, Familie, ...). Durch einen persönlichen Berater werden die Studierenden im Studium besonders begleitet, damit ihnen in allen Fragen rund um das Studium und die persönliche Integration Hilfestellung gegeben werden kann.