Automatisierung des Alltags
Informatik und Gesellschaft

Herzlich willkommen

Auf der Seite „Automatisierung des Alltags“, welche im Rahmen des Moduls „Informatik und Gesellschaft“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Wintersemester 2015/2016 entstanden ist.



Einleitung



Wir möchten auf diesen Internetseiten einen Überblick über die zunehmende Automatisierung unseres Alltags liefern und die hierdurch entstehenden Folgen diskutieren.

Zunächst werden wir hierzu eine Definition von „Automatisierung“ erarbeiten. Schließlich wurde in unseren ersten Gruppengesprächen deutlich, dass hierzu ein eindeutiger Rahmen definiert werden muss. Wir waren uns zu Beginn unserer Arbeiten uneins darüber, welche Funktionen eindeutig „automatisiert“ sind und welche nicht. Eine solche Diskussion ist anhand von zwei simplen, aus unserer aller Alltag bekannten Phänomenen leicht nachvollziehbar: Das erste Beispiel ist eine Rolltreppe an einem fiktiven, wenig frequentierten Ort, die erst nach Durchschreiten einer Lichtschranke in Bewegung versetzt wird und ihr Vorgängermodell – bei welchem der Nutzer noch eine Taste betätigen musste, bevor die Rolltreppe startete – ersetzt hat. Handelt es sich hierbei schon um eine automatisierte Funktion? Ähnlich sieht es bei modernen Abstandsregel-Tempomaten aus, die zunehmend Einzug in Fahrzeuge aller Klassen und Hersteller halten. Solche Abstandsregel-Tempomaten sind den ursprünglichen Tempomaten in der Funktion voraus, dass sie die Geschwindigkeit des vorausfahrenden Fahrzeuges so adaptieren, dass der Abstand zu diesem konstant gehalten wird. Sind nun jene Abstandsregel-Tempomaten automatisiert und ursprüngliche Tempomaten nicht? Der aufmerksame Leser wird unseren anfänglichen Zwiespalt nachvollziehen und erkennen. Recherchen zu diesem Problem führten zu der im Folgenden von uns für diese Arbeit verwendeten Definition von Automatisierung.

Definition von Automatisierung

Laut DIN V 19233 wird Automatisierung als „das Ausrüsten einer Einrichtung“ bezeichnet, „so dass sie ganz oder teilweise ohne Mitwirkung des Menschen bestimmungsgemäß arbeitet“ [1]. Die künstlichen Systeme befolgen hierbei selbsttätig ein Programm und treffen darüber hinaus selbstständig Entscheidungen [2]. Dabei wird „je nach Umfang der Übernahme von Steuerungs- und Regelungsaufgaben durch die Maschine [...] von Teil- oder Vollautomatisierung gesprochen“ [2].

Überblick über unsere Arbeit

Die Tatsache, dass bei automatisierten Prozessen je nach Ausmaß der von „Automaten“ übernommenen Aufgaben von verschiedenen Automatisierungsgraden gesprochen wird (s.o.), führt dazu, dass wir uns in dieser Arbeit auf augenscheinlich (voll-)automatisierte Prozesse beschränken möchten. Die Grenzen sind dabei zwar gewiss diffus, jedoch möchten wir klarstellen, dass im Kontext dieser Arbeit eine Rolltreppe, die beim Durchschreiten einer Lichtschranke gestartet wird und dem Nutzer dadurch nicht mehr als das Betätigen eines Tasters abnimmt, nicht als interessant genug bezüglich einer weiteren Untersuchung im Rahmen der „Informatik und Gesellschaft“ gilt. Anders sieht es aus mit zunehmenden automatisierten Prozessen im Verkehrsbereich (wie dem oben angesprochenen Abstandsregel-Tempomaten) aus. Neben „Smart Home“ – hier wird es um immer mehr Automatisierung in den heimischen vier Wänden und ihre Auswirkungen auf uns alle gehen – wird folgerichtig auch „Smart Traffic“ ein Kapitel dieser Arbeit ausmachen, in dem zunehmende Automatisierung rund um den Verkehr behandelt werden soll. Desweiteren werden verschiedene „Serviceroboter“ vorgestellt sowie verschiedene Aspekte der Nahfeldkommunikation „NFC“ beleuchtet.

Geschichte

Automatisierte Prozesse sind keine neue Erscheinung des 21. Jahrhunderts, sondern existieren schon länger. Die Menschheit hat schon immer versucht ihre Arbeit möglichst effizient und komfortabel zu gestalten. Einige Beispiele von früheren automatisierten Prozessen wollen wir an dieser Stelle erwähnen.
1745 erfand der englische Schmied Edmund Lee eine Vorrichtung, die es ermöglichte, dass sich Windmühlen selbstständig in den Wind drehten, was einen riesigen Fortschritt darstellte [3].
Ein weiterer markanter Punkt in der Geschichte der automatisierten Prozesse war die Dampfmaschine, welche menschliche oder tierische Kraft durch Motoren ersetzte. Der erste Prototyp der Dampfmaschine existierte bereits im Jahr 1690 und wurde von Denis Papin entwickelt. Einer der bedeutendsten Entwickler der Dampfmaschine war James Watt, dessen Dampfmaschine 1769 patentiert wurde. Die Dampfmaschinen gelten auch als der Beginn der industriellen Revolution [4].
1785 entwickelte Edmond Cartwright den ersten automatisierten Webstuhl, was als extrem schwierig galt. Eine Fabrik in Manchester kaufte etwa 400 seiner Maschinen. Jedoch wurde in dieser Fabrik ein Feuer gelegt. Es wird vermutet, dass es ein Aufstand der Weber war, welche große Angst vor den automatisierten Webstühlen hatten. Dies zeigt die ersten Risiken und Ängste die durch automatisierte Prozesse entstehen können [5].
Bedeutsam war auch die Einführung der Fließbänder in der Industrie. Das bekannteste Beispiel hierbei ist die Einführung in der Automobilindustrie durch Henry Ford im Jahre 1914. Hierdurch konnte er den Preis des damaligen „Modell T“ um etwa die Hälfte senken. Immer mehr und mehr etablierte sich das Fließband in allen Produktionsgebieten [6].
Seit dem 20. Jahrhundert ist die Automatisierung nicht nur ein Thema in der Industrie/Wirtschaft, sondern auch ein Teil der privaten Haushalte.


Literaturverzeichnis

[1] Deutsches Institut für Normung e. V.: DIN V 19233: Leittechnik - Prozessautomatisierung - Automatisierung mit Prozessrechensystemen, Begriffe.
Berlin (1998): Beuth-Verlag
[2] Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Automatisierung. Abgerufen am 09.12.2015
[3] Hills, Richard Leslie (1994): Power from Wind: A History of Windmill Technology.. Abgerufen am 11.12.2015
[4] Geschichte der Dampfmaschine.. Abgerufen am 11.12.2015
[5] Edmund Cartwright (1743-1823).. Abgerufen am 11.12.2015
[6] Das Fließband – eine Erfolgsgeschichte?. Abgerufen am 11.12.2015